weather-image
21°
×

Vor 30 Jahren: Erstes Space Shuttle absolviert erfolgreichen Flug ins All

„Triumph für Amerikas Raumfahrt“

Rinteln (vv). Vor 30 Jahren, am 12. April 1981, ist das erste Space Shuttle in den Weltraum gestartet. Es hieß „Columbia“ und war das erste wiederverwendbare Raumfahrzeug der Welt.

veröffentlicht am 11.04.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 13.04.2011 um 18:21 Uhr

„Es war ein atemberaubender Anblick, den Raumtransporter auf dem Rücken seines gewaltigen Treibstoffbehälters von der Startrampe abheben und immer schneller in den Himmel steigen zu sehen“, beschrieb unsere Zeitung damals und fuhr fort: „Die Erde erzitterte unter dem Druck der ausgestoßenen Energien, und Hunderttausende, die sich auf dem Weltraumbahnhof von Cape Canaveral eingefunden hatten, jubelten.“

Der erste Start der Columbia wurde wegen Übermüdung der beiden Astronauten John Young und Robert Crippen und wegen Problemen des Computers verschoben. Schon vorher hatte sich der Start hinausgezögert, weil die Entwicklungsprobleme des Hitzeschildes „zu der zweieinhalbjährigen Verspätung des Erstfluges beigetragen“ hatten.

Als sie dann doch erfolgreich startete, obwohl sie Teile dieses Hitzeschildes verlor, war die ganze Welt beeindruckt, denn es war der Beweis, dass „ein so großes Fluggerät sicher in eine Erdumlaufbahn gebracht werden kann.“

Die Columbia verbrachte nach diesem erfolgreichen Start 54,5 Stunden im Weltall und landete anschließend planmäßig in Kalifornien, was unsere Zeitung als „Triumph für Amerikas Raumfahrt“ bezeichnete. Dementsprechend berichtete das „Radio Moskau“ auch nur in wenigen Sätzen von dem Flug – es herrschte schließlich noch Kalter Krieg.

Unsere Zeitung titelte am 13. April 1981: „Mit der Raumfähre Columbia in ein neues Weltraumkapitel“, da die Columbia „im Pendelverkehr Erde-Weltraum mindestens hundertmal eingesetzt werden“ könne.

Die Columbia schrieb gleich mehrfach Geschichte, denn sie war auch als erste Raumfähre bei ihrem Jungfernflug bemannt und „das erste bemannte Raumschiff der USA, das sich bei der Steuerung besonders intensiv auf Computer“ stützte. Der Erststart diente der Überprüfung der Flugsysteme, und weil dieser mit Besatzung stattfand, nennt die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde der USA, NASA, ihn auch den „kühnsten Testflug der Geschichte“.

Zu den Gründen des Baus der Columbia schrieb unsere Zeitung: „Die militärischen Möglichkeiten des Fährensystems waren eine der Hauptantriebskräfte für dessen Verwirklichung“, aber auch viele Wissenschaftler interessierten sich für die neuen Möglichkeiten. Mit der Columbia konnten erstmals große Lasten ins Weltall transportiert werden.

Unsere Zeitung nannte das Unternehmen auch einen „Traumstart am Jubiläumstag“, weil 20 Jahre zuvor mit Juri Gagarin der erste Flug eines Menschen ins All geglückt war. Sie erklärte: „Das Unternehmen ist auf ähnliche Weise bahnbrechend, wie es Gagarins Flug vor zwei Jahrzehnten war. Ihr Schiff ist das erste einer neuen Generation von Raumfahrzeugen, die mit Eigenantrieb und wie ein irdisches Verkehrsmittel immer wieder verwendbar ins All geschickt werden können.“

So sollte es dann auch kommen, denn nach dem ersten erfolgreichen Test wurden die folgenden vier Space-Shuttle-Flüge ebenfalls mit der Columbia absolviert.

Seit diesem ersten erfolgreichen Start war die Columbia 22 Jahre lang im Einsatz – bis zu dem großen Unglück: Bei ihrem 28. Weltraumeinsatz im Jahr 2003 brach sie beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander, alle sieben Besatzungsmitglieder starben.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige