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Der vulgäre Teddybär heiratet und will Kinder: „Ted 2“

Total bärsaut!

Der erste „Ted“ war 2012 die Kino-Überraschung schlechthin. Ein Teddybär, der sich als sprechendes Lebewesen manifestiert und ganz menschliche Bedürfnisse hat – das war so frech und unbekümmert, manchmal auch vulgär und politisch unkorrekt, dass die Zuschauer nicht genug bekommen konnten. Allein in Deutschland wollten 3,5 Millionen Menschen den versauten Teddy sehen. Nun also die Fortsetzung, und sie beginnt mit einer wundervollen, perfekt und aufwendig choreografierten Hommage an die Musicals von Fred Astaire und Busby Berkeley.

veröffentlicht am 25.06.2015 um 06:00 Uhr

John (Mark Wahlberg) wurde von seiner Freundin Lori verlassen und bläst Trübsaal, Ted hingegen hat die Supermarktkassiererin Tami-Lynn geheiratet. Zum Familienglück fehlt nur noch ein Kind, und weil Ted aus naheliegenden Gründen zeugungsunfähig ist, soll es erst ein Samenraub, nach dessen Misslingen eine Samenspende, nach deren Misslingen eine Adoption richten. Doch plötzlich schlagen die Behörden zurück: Ted sei keine Person, sondern eine Sache. Darum dürfe er nicht heiraten, arbeiten oder Vater sein. Da hilft nur eins: Ted und John ziehen gemeinsam mit der netten und cleveren Anwältin Samantha L. Jackson (Amanda Seyfried) vor Gericht.

Was macht einen Menschen aus? Ein wenig zu pathetisch geht Autor, Regisseur und Produzent Seth MacFarlane, der im Original auch Ted seine Stimme leiht, in der zweiten Hälfte des Films dieser Frage nach – in gleich zwei Gerichtsverhandlungen, die mit zahlreichen Court-Room-Drama-Klischees das Happy End einläuten. Auch der durchgeknallte Vater (Giovanni Ribisi), der im ersten Teil Ted entführte, hat einen überflüssigen Auftritt als Handlanger einer Spielzeugfirma, die das Geheimnis des sprechenden Kuscheltiers entschlüsseln und vermarkten will.

Die erste Hälfte hingegen macht durchgängig Spaß. Witzige, manchmal sehr derbe Sprüche und versaute Running Gags, wie zum Beispiel ständig aufploppende, natürlich nicht jugendfreie Suchmaschinen-Begriffe sorgen für schreiende Schenkelklopfer, nicht zu vergessen der körperliche Slapstick beim Chaos in der Samenbank oder köstliche Gastauftritte von Stars wie Liam Neeson oder Jay Leno. Zwei, die keine Angst haben, für wenige Sekunden ganz blöd dazustehen.

„Ted 2“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 15, 17.30 und 20 Uhr, Fr. und Sa. auch um 22.50 Uhr, Sa. und So. auch um 12.40 Uhr.



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