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Sechs Wochen nach unserem Bericht bewegt sich Concordia-Versicherung noch immer nicht

Tierheim erwägt Klage

Hameln. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Versicherung den gesamten Schaden übernehmen muss“, sagt Rechtsanwalt Roman von Alvensleben, der derzeit das Hamelner Tierheim vertritt. Die Versicherung des Hundes, der Anfang des Jahres einer Tierheimmitarbeiterin vors Auto gelaufen ist und damit einen Unfall verursachte, sieht das allerdings anders.

veröffentlicht am 15.05.2013 um 06:00 Uhr

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Im Januar dieses Jahres war die Tierheimmitarbeiterin zwischen Bad Pyrmont und Klei-nenberg unterwegs, als der Hund plötzlich von rechts auf die Fahrbahn läuft. Die Tierfreundin bremst, rutscht dadurch in die Leitplanke. Am Kastenwagen des Tierheims entsteht ein Unfallschaden in Höhe von 4455 Euro. Die Erleichterung darüber, dass die Fahrerin und der Hund unversehrt bleiben, währt jedoch nicht lange. Gut einen Monat nach dem Ereignis schickt die Concordia Versicherung aus Hannover, bei denen das Frauchen eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen hatte, ein Schreiben, in dem sie klarstellt, nicht für den kompletten Schaden aufkommen zu wollen, weil die Fahrerin eine Mitschuld treffe. Das Ausweichmanöver sei „unverhältnismäßig“ gewesen. „So wäre bei einer Kollision mit dem Hund ein wesentlich geringerer Fahrzeugschaden entstanden“, heißt es in dem Brief. Die Concordia ist zu diesem Zeitpunkt bereit, 50 Prozent des Schadens zu übernehmen. Auf Nachfrage der Dewezet, gut einen weiteren Monat später, will man die Abwägung Kollision mit Hund oder Leitplanke schließlich vergessen machen und sagt zu, nun 75 Prozent des Unfallschadens übernehmen zu wollen. Die Begründung der Versicherung dafür, den Schaden nicht gänzlich zu übernehmen, lautet jetzt „überhöhte Geschwindigkeit“.

Tierheimmitarbeiter wie Rechtsanwalt sind damit jedoch nicht einverstanden. „Die Versicherung muss den Schaden komplett ersetzen“, sagt Roman von Alvensleben, der die Concordia aus diesem Grund erneut aufgefordert hat, ihre Entscheidung zu überdenken – bisher hat die sich allerdings noch nicht zurückgemeldet. „Sollte sie es wieder ablehnen, den Schaden vollständig zu übernehmen, habe ich den Betroffenen geraten, Klage zu erheben und das mit einer Sammelaktion zu verbinden.“ Denn eins weiß der Anwalt, der sein Engagement in Sachen Tierheim selbst als Spende ansieht, genau: „Die Einrichtung braucht jeden Cent.“

„Es kann einfach nicht sein, dass ein Unternehmen, das Hunde versichert, nicht für einen Schaden, den das versicherte Tier verursacht, aufkommt“, findet auch Tierheimleiterin Claudia Gebhardt. Sie seien keine Menschen, die Streit suchen und gerne vor Gericht gehen, „aber alles wollen wir uns auch nicht gefallen lassen“, sagt sie. Sollte die Concordia sich also abermals weigern, die Kosten volden Schaden vollständig zu übernehmen, wollen die Tierheimmitarbeiter dem Rat ihres Anwalts folgen und die Versicherung verklagen – schließlich gehe es um eine Menge Geld. „Und wir haben schon genügend Unannehmlichkeiten gehabt: In der ganzen Zeit, als unser Auto kaputt war, mussten wir die Tiere in Privatfahrzeugen transportieren.“ Inzwischen sei der Wagen aber repariert und wieder einsatzbereit.

Zuerst hieß es, die Tierheimmitarbeiterin hätte den Hund überfahren sollen, dann wäre der Schaden am Auto geringer ausgefallen, dann sie wäre zu schnell gefahren. Zwei Begründungen der Versicherung, um den Schaden am Auto, den ein Hund verursacht hatte, nicht komplett zu übernehmen. Der Artikel ist am 3. April erschienen.Archiv



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