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Hollywoodstar Angelina Jolie präsentiert mit „Unbroken“ zweite Regiearbeit

Thema verschwendet

Hameln. Eine wahre Geschichte, erlebt vom kürzlich verstorbenen Louie Zamperini, aufgeschrieben von Laura Hillebrand und nun inszeniert von Angelina Jolie, die nach „Liebe in Zeiten des Krieges“ (2011) ihre zweite Regiearbeit vorlegt. „Unbeugsam: eine wahre Geschichte von Widerstandskraft und Überlebenskampf“ heißt das Sachbuch von Hillebrand, und damit sind die Themen des Films schlagwortartig vorgegeben: Hier lässt sich einer nicht unterkriegen.

veröffentlicht am 15.01.2015 um 06:00 Uhr

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Louie Zamperini, geboren 1917, wächst als Kind italienischer Einwanderer in Torrance, Kalifornien, auf, ein unbezähmbarer Rabauke, der mit Ladendiebstahl das Taschengeld aufbessert und keinem Streit aus dem Weg geht. Erst als Teenager entdeckt er sein Talent fürs Laufen und qualifiziert sich 1936 als 19-Jähriger, nun dargestellt von Jack O’Donnell, sogar für die Olympischen Spiele in Berlin im 5000-Meter-Lauf. Dann, nach einem Studium an der University of California, der Kriegseintritt der USA. Louie wird Bombenschütze des Army Air Corps, er fliegt zahlreiche Einsätze über dem Pazifik. Bis sein B-24-Bomber mitten über dem Ozean abstürzt. 47 Tage, eine unfassbar lange Zeit, treibt Louie mit einem Kameraden in einem Schlauchboot auf hoher See. Doch damit ist sein Martyrium noch lange nicht zu Ende: Louie gerät in japanische Kriegsgefangenschaft, wo er von dem Kommandanten Mutsushiro Watanabe (Miyavi) sadistisch gequält wird.

Erst ein Gangsterfilm à la „Es war einmal in Amerika“, dann ein Sportlerfilm à la „Die Stunde des Siegers“, dann der Überlebenskampf auf See, so wie in „All is Lost“, bis schließlich alles als Gefangenendrama, ähnlich wie „Merry Christmas, Mr. Lawrence“ endet – Angelina Jolie wirft wahllos die Genres durcheinander und erzählt gleich mehrere Geschichten, anstatt sich auf eine zu konzentrieren.

Im letzten Drittel des Films stellt sie die Gräuel der Gefangenschaft heraus und erspart dem Zuschauer nichts. Hunger, Schläge, Zwangsarbeit, Einzelhaft, Blut und gebrochene Knochen – in dieser Heftigkeit ist das mitunter nicht mehr zum Hinsehen. Die Folter wird zum Selbstzweck, Jolies Absichten bleiben unklar. Denn erst aus dem Abspann erfahren wir, dass sich Zamperini für die Versöhnung mit den Japanern eingesetzt hat. Doch dafür findet Jolie keine Bilder.

„Unbroken“ läuft täglich im MAXX-Kino um 17.10, 20 Uhr freitags und samstags um 22.50 Uhr.



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