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Kein Car-Sharing-Angebot in Hameln / Auch Stadt will nicht die Initiative ergreifen

Teilauto kommt vorerst nicht wieder

Hameln (ch). Hameln ist keine Car-Sharing-Stadt. Bereits im Jahr 2001, als die Idee des geteilten Autos noch nicht viele kleinere Städte in Deutschland erreicht hatte, war Hameln schon dabei. Doch während das Angebot deutschlandweit seitdem stetig wächst, ist es in Hameln 2005 eingestellt worden.

veröffentlicht am 25.07.2012 um 06:00 Uhr

„Die Nachfrage in Hameln war einfach zu gering“, sagt Judith Siano von der Stadtmobil Hannover GmbH. An der 2005 gegründeten Gesellschaft ist der Verein Ökostadt Hannover, der das „teilAuto“ in Hameln angeboten hatte, weiterhin beteiligt. Seit Dezember 2001 gab es in Hameln drei Autos, die sich umweltbewusste Bürger am Rathausplatz und am Hastenbecker Weg ausleihen konnten. Mit der KVG gab es eine Kooperation, um das Angebot mit gegenseitigen Rabatten attraktiver zu machen. Retten konnte das das Angebot jedoch nicht mehr. Beteiligten sich zur Hochzeit noch zwischen 20 und 30 Hamelner am Car-Sharing, waren es am Ende nur noch zehn. Dementsprechend wurde die Zahl der Autos erst auf zwei, dann auf ein Auto verringert, bevor Ökostadt den Vertrag zum 31. Oktober 2005 kündigte.

Ein neues Car-Sharing-Angebot gibt es in Hameln seitdem nicht. Die Deutschen Bahn, die selbst in vielen kleinen Städten Carsharing am Bahnhof anbietet, hat in Hameln keine Autos stehen. Selbst bei tamyca.de, einer Internetseite für privates Carsharing, auf der Privatpersonen ihre Autos zum Mieten anbieten, findet man kein Angebot für Hameln. Es müsse einen hohen Parkdruck geben, ein gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrssystem und eine hohe Bewohnerdichte, damit Parksharing in einer Stadt funktionieren könne, sagt Sionao. „In der Regel rechnet es sich erst in Städten ab 100 000 Einwohner.“

Einer der regelmäßigen Nutzer des „teilAutos“ war die Stadt Hameln selbst. Werktags zwischen 9 und 16 Uhr hatte sie einen Wagen fest gebucht, danach und am Wochenende stand das Auto für Privatpersonen zur Verfügung. „Eine solche Exklusivvereinbarung müsste es sicher geben, damit man noch einmal einen Versuch in Hameln wagen würde“, sagt Siano. Bislang sei in diese Richtung jedoch nichts geplant. Auch die Stadt hält sich mit Aussagen zum Car-Sharing bedeckt. „Das lässt sich nicht pauschal beantworten“, sagt Thomas Wahmes. Wenn es eine Initiative eines Anbieter gäbe, müsste die Stadt zunächst den Bedarf ermitteln und prüfen, ob eine Beteiligung am Car-Sharing sinnvoll wäre. Auch beim Umweltzentrum, das damals Hauptansprechpartner für Ökostadt war, ist nicht geplant, in Sachen Car-Sharing selbst die Initiative zu ergreifen. „Grundsätzlich finden wir es natürlich gut, aber eine Alternative ist aus unserer Sicht auch das nachbarschaftliche Auto-Teilen“, sagt Ralf Hermes vom BUND.

Am 22. Oktober stand fest, dass das „teilAuto“ in Hameln zum 1. November 2005 eingestellt werden sollte. Ein neues Car-Sharing-Angebot ist fast sieben Jahre später nicht in Sicht.Foto: Archiv



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