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Ergebnisse des Wettkampfs vom 1. Juni: Nur ein Fünftel der Teilnehmer schafft Anforderungen

Schwache Leistungen beim Sportabzeichentag

Hameln (ch). „Auf die Plätze, fertig, los“, hieß es am 1. Juni im Weserberglandstadion. Doch wie viele der Kinder und Jugendliche schafften es nach dem Startschuss in der erforderlichen Zeit ins Ziel? Einen Monat nach dem großen Sportabzeichentag steht fest, wie viele der Teilnehmer das Abzeichen tatsächlich bekommen werden.

veröffentlicht am 04.07.2012 um 06:00 Uhr

2218 Schüler waren für den Sportabzeichentag angemeldet, 1990 traten tatsächlich beim Wettkampf an, mit dem Ziel, das Sportabzeichen zu schaffen und bei dem großen Event dabei zu sein. Den Kindern und Jugendlichen die Freude an Sport und Bewegung zu vermitteln, lautete demnach auch die Hauptintention der Organisatoren. Die Leistungen der Schüler schätzten sie bereits vor dem Wettbewerb als verbesserungsbedürftig ein. Und tatsächlich ist die Zahl derer, die das Sportabzeichen letztlich geschafft haben, klein: Zieht man die Minisportabzeichenabsolventen (jünger als acht Jahre), bei denen alle als „bestanden“ gewertet wurden, ab, haben von 1670 Schülern 352 alle Anforderungen auf Anhieb erfüllt. Rund 21,1 Prozent. Dabei sind die Ansprüche nicht unmenschlich: Für das Sportabzeichen gilt es, in fünf verschiedenen Kategorien, in denen jeweils aus mehreren Übungen eine ausgesucht werden kann, je nach Alter eine bestimmte Leistung zu erbringen: Schwimmen, Springen (hoch oder weit), Laufen (Radfahren oder Inlineskaten), Werfen und eine Ausdauerstrecke (Laufen, Radfahren oder Schwimmen). Am Beispiel eines 16/17-Jährigen würde das bedeuten: 200 Meter in sechseinhalb Minuten zu schwimmen, 1,30 Meter hoch zu springen, 14,2 Sekunden auf 100 Meter zu laufen, einen 200-Gramm-Ball 38 Meter weit zu werfen und 1000 Meter in vier Minuten zu laufen. Anspruchsvoll, aber durchaus zu schaffen. Zudem gibt es fast immer mehrere Möglichkeiten, sodass bei einer Schwäche in einer Disziplin eine andere gewählt werden kann.

Vor allem die Leistungen der älteren Schüler hätten sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert, kritisierte Fred Hundertmark, Vorsitzender des Kreissportbundes Hameln-Pyrmont, vor dem Turnier. Eine Aussage, die Heinz Hartmann, Verantwortlicher für das Sportabzeichen beim Kreissportbund, nach dem Turnier bestätigen kann. Ihn hätten die Zahlen nicht überrascht. „Im Schnitt waren die jüngeren Schüler besser als die älteren.“ Jüngere Schüler seien noch leichter zu motivieren und zu begeistern als ältere. Zudem werde seiner Ansicht nach in den höheren Klassen weniger Augenmerk auf Leichtathletik im Sportunterricht gelegt, oft fänden die Bundesjugendspiele in der Oberstufe nicht mehr statt. Mit Aktionen wie dem Sportabzeichentag, die als Event auch Jugendliche ansprechen sollen, wolle man auch diese Zielgruppe begeistern. „Jetzt waren schon mehrere Schulen dabei, die in den letzten Jahren nicht das Sportabzeichen abgelegt haben.“ Bis zum Ende des Jahres können die Schüler noch versuchen, die Leistungen, in denen sie die Anforderungen nicht erfüllt haben, nachzuholen, sodass – so die Hoffnung Hartmanns – die Zahl der Sportabzeichen-Absolventen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden kann. Im vergangenen Jahr legten im Kreis Hameln-Pyrmont 2226 Sportler das Abzeichen ab, 1471 davon waren Kinder und Jugendliche. Für das nächste und übernächste Jahr plant Hartmann erneut einen Sportabzeichentag.

Am 1. Juni versuchten 1990 Schüler im Weserberglandstadion die Anforderungen für das Sportabzeichen zu schaffen.

Foto: Archiv



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