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Spitzenertrag bei Zuckerrüben / Aber: Wärme schädigt Kartoffeln

Schaumburgs Landwirte mit Maisernte zufrieden

Landkreis. Monoton dröhnt der riesige Stahlkoloss über den Acker und zieht seine Bahnen, auf dem nahe gelegenen Feldweg macht sich ein Lastwagen bereit, die Fracht zu übernehmen. Derzeit spielen sich im Schaumburger Land auf vielen landwirtschaftlichen Flächen dieselben Szenen ab: Die Bauern bringen mit den Zuckerrüben und dem sogenannten Körnermais derzeit den letzten Teil der diesjährigen Ernte ein. Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Ergebnis nach Angaben von Kreislandwirt Cord Lattwesen aufgrund gestiegener Erntekosten jedoch insgesamt schlechter aus. Bei der Gerste haben Lattwesen und seine Kollegen eine durchschnittliche Ernte eingefahren, auch beim Winterraps habe es keinen Ausreißer nach oben gegeben. „Beim Weizen war es deutlich besser als 2013, insbesondere bei der Menge“, erzählt der Kreislandwirt. Auch beim Mais seien bemerkenswert gute Ergebnisse erzielt worden.

veröffentlicht am 03.12.2014 um 00:00 Uhr

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Sorgen hätten den Bauern allerdings die Kartoffeln bereitet. „Das ganze Jahr war zu feucht und zu warm.“ Die Folge sei insbesondere bei den Kartoffeln Fäule gewesen. „Für einige Betriebe kam es daher zum Totalausfall bei der Ernte.“

Bei den Zuckerrüben und dem Körnermais erwartet Lattwesen gute Erträge. „Beim Körnermais ist die Fläche im Vergleich zu anderen Feldfrüchten zwar gering, es deutet allerdings auf eine quantitativ und qualitativ gute Ernte hin. Bei den Rüben werden die letzten Flächen gerodet. Alles deutet auf eine Spitzenernte hin.“

Diese bisweilen deutlich überdurchschnittlichen Ergebnisse bereiten den Landwirten in der Region allerdings auch Sorgen, da sie mit höheren Produktionskosten verbunden waren als noch im Vorjahr. „Die Feuchtigkeit und die Wärme haben dazu geführt, dass sich Pilze ausbreiten konnten. Die Landwirte mussten daher viele Fungizide spritzen. Die feuchten Böden hätten zudem bei den Erntekampagnen zu einem höheren Treibstoffverbrauch, einem größeren Verschleiß an den Maschinen und höheren Trocknungskosten geführt. „Das größere Angebot hat dazu geführt, dass die Erlöse um ein Fünftel gesunken sind bei gleichzeitig gestiegenen Erntekosten.“

Einen weiteren Grund im Preisverfall sieht der Kreislandwirt auch in den Vorgängen in der Ukraine. Diese hätte viele Agrarprodukte auf den Markt geworfen, um Devisen zu bekommen. Zudem versuchten die USA und die EU, Russland über Preispolitik und Sanktionen in die Knie zu zwingen. Lattwesen und seine Kollegen hoffen, dass sich in den kommenden Monaten die Preisentwicklung wieder beruhigen wird. „Wir hoffen, dass im Frühjahr die Preise wieder anziehen werden.“



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