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Kleine Rätsel Schaumburgs: Diese Städtenamen haben eine lange Geschichte

„Rintillen“ und „Grevenalveshaghen“

Landkreis (sig). Wer mehr über die Entstehung eines Städtenamens erfahren möchte, muss unter Umständen in jahrhundertealten Aufzeichnungen nachschauen. Es gibt aber auch Städtenamen, bei denen die Entstehungsgeschichte noch heute naheliegend ist.

veröffentlicht am 06.08.2011 um 00:00 Uhr

Natürlich ist eine Einordnung weniger kompliziert, wenn es sich um so häufig anzutreffende Endungen wie „-holz“ (Wald), „-heim“ (Siedlung) oder „-werder“ (Flussinsel) handelt. Noch einfacher ist die Endsilbe „-berg“, und auch bei Orten wie Paderborn oder Eschborn kann man sich umfangreiche Nachforschungen ersparen. Diese Orte verdanken ihren Namen einer Quelle, möglicherweise auch einem Brunnen.

Auf die Dienste eines Genealogen, der sich auf Ahnenforschung spezialisiert hat, kann man auch bei den Endungen „-feld“ oder „-felde“ und auch „-burg“ verzichten. Die Entstehung dieser Namen erklärt sich von selbst. Bielefeld ist demnach auf einem unbewaldeten Gelände gegründet worden, und Bückeburg hat sicherlich etwas mit einer Burg zu tun.

Wie aber ist der Name Rinteln entstanden? In den Akten des niedersächsischen Staatsarchivs ist verzeichnet, dass der um 1230 durch Graf Adolf von Holstein-Schaumburg zur wirtschaftlichen Nutzung und Kontrolle des Weserüberganges gegründete Ort eine Vielzahl von Namen hatte, zum Beispiel „Renthene“, „Rinthelen“, „Rynthelen“, „Rintillen“ und „Rinctelen“.

Der Namensforscher Hermann Jellinghaus vermutete, dass von einem zweiteiligen Namen ausgegangen werden müsse: „Rinc“ bedeute dabei soviel wie Ring und „Tel“ oder „Telge“ bedeute „bebautes Ackerland“. Eine absolut sichere Auslegung gibt es hier aber nicht.

Da haben es die Obernkirchener einfacher. 1167 gab es die Bezeichnung „Overenkerken“, die aber auch eine mehrfache Wandlung durchmachte: „Querenkierken“, „Overenkirken“, „Overkerken“, sogar „Overennkarckenn“ führten zum heutigen Stadtnamen. Eine Erklärung ist, dass der Name auf eine Siedlung zurückgeht, die oberhalb der Stiftskirche gelegen war. Eine andere Erklärung ist, dass der Name an die „overe kerke“, also die oberste Kirche zurückgeht. Diese Stellung hatte die Stiftskirche einst inne. Die anderen Kirchen der Umgebung waren ihr untergeordnet.

Von der heutigen Kreisstadt Stadthagen ist bekannt, dass sie einst unter anderem „Grevenalveshaghen“, „Greuen Alueshagen“, „Alves Hagen“ und später „Stathagen“ geschrieben wurde. Entlehnt wurde die Bezeichnung anfänglich dem Namen des Gründers Graf Adolf III. von Holstein-Schaumburg. „Hagen“ steht dabei für ein umfriedetes Grundstück.

Zu Bückeburg, der vierten großen Stadt des Landkreises, bestätigt Heimatforscher Friedrich Winkelhake, dass der Name vom „Bukkigau“ und der Alten Bückeburg übernommen wurde. „Bukki“, „Bucki“ und „Bücke“ bedeutete einst „Grenzverhau“, könnte aber auch etwas mit den großen heimischen Buchenwäldern zu tun haben.



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