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Firma aus Hessisch Oldendorf und Hochschule arbeiten seit einem Jahr an Forschungsprojekt – mit Erfolg

Revolution aus dem Weserbergland

Hameln/Hessisch Oldendorf. „Wir haben etwas Revolutionäres vor.“ Mit diesen Worten stellte der Computerfachmann Patrick Söhlke im vorigen Jahr das gemeinsame Forschungsprojekt seiner Firma Next Vision und der Hochschule Weserbergland vor. Über den Start von „Konsens“ berichtete die Dewezet am 29. Januar 2013. 15 Monate sind seitdem vergangen – und es hat sich einiges getan.

veröffentlicht am 07.05.2014 um 06:00 Uhr

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Der Name Konsens steht für „Kontext Sensitive Schnittstelle“. Ziel ist es, eine Software für eine optimierte Suchmaschine zu entwickeln, mit der schnell und effektiv Problemlösungen gefunden werden können. Vor allem soll der Nutzer Namen von Ansprechpartnern finden. Das soll den Büroalltag und die Arbeit am Computer erheblich vereinfachen. „Wir sind im Grunde dabei, ein System zu entwickeln, mit dem wir die technische und die menschliche Seite in Verbindung bringen wollen“, sagte damals Prof. Dr. Michael Städler, Dekan des Fachbereiches Informatik. Das nennt er künstliche Intelligenz. „Wir wollen dem Anwender Arbeit abnehmen, damit er sich auf das Wesentliche konzentrieren kann“, sagte Söhlke.

Mittlerweile haben die Forscher Unternehmen befragt und Daten gesammelt. Diese Forschungsergebnisse bauten sie in einen Prototyp ein, der gegen Ende des Jahres fertig sein soll. „Bis dahin haben wir noch acht Monate Zeit. Es wird knifflig, aber wir sind zuversichtlich“, meinte Söhlke.

Der bisher erfolgreiche Verlauf des Projektes sei auch dem guten Miteinander zuzuschreiben, das beide Seiten betonten. Söhlke sagte, dass durch die intensive Zusammenarbeit ein besseres Verständnis füreinander herrsche. Prof. Städler meinte: „Die lokale Nähe der Partner ist sehr sinnvoll, weil dadurch ein reger Austausch stattfinden kann.“ Daher gestalte sich die Kooperation sehr angenehm. Mittlerweile haben Mitarbeiter von Next Vision an der Hochschule auch Lehrtätigkeiten angenommen, um mit den Lehrkräften und Studentengruppen in noch engerem Kontakt zu stehen. Einen weiteren Forschungspartner hat Next Vision zudem in der Firma IBM gefunden. Das US-amerikanische Unternehmen ist eines der weltweit führenden IT-Unternehmen. Die Hochschule forscht unterdessen im Rahmen von Konsens noch an einem zweiten Projekt. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Konzept für eine Suchmaschine. Diese soll bei Betriebsproblemen verdeckte Prozesse, das bedeutet nicht protokollierte Produktionswege, aufzeigen. Aus dieser Forschung, die noch in den Kinderschuhen steckt, ist bisher ein Prototyp hervorgegangen. Mit diesem im Gepäck wird Prof. Städler im Juni nach Kalifornien reisen, um die „International Conference on Semantic Computing“ zu besuchen. „Das dortige internationale Feedback ist uns sehr wichtig, um auch die Nachfrage nach einem solchen Produkt einschätzen zu können“, sagt der Dekan voller Vorfreude. Das Forscherteam holt sich nämlich regelmäßig Meinungen von Experten ein, damit sie Kundenwünsche und Verbesserungsvorschläge berücksichtigen können. Patrick Söhlke betonte auch die Aktualität des Forschungsgebiets Künstliche Intelligenz: Beispielsweise in Kinofilmen, wie aktuell im Film „Transcendence“ mit Johnny Depp, wird das Thema behandelt. Meist verwandeln sich dabei Roboter, die ursprünglich für gute Zwecke mit Intelligenz und Gefühlen ausgestattet worden sind, zu Maschinen mit Machthunger. Auch wenn in solchen Filmen auf dramatische Effekte und Emotionen gesetzt wird, weisen sie stets auf ethische Grundregeln hin. Söhlke meint, dass Konsens nicht dazu entwickelt werde, damit es vollständig autonom handele. Stattdessen soll die Software verschiedene Lösungen abwägen, damit der Anwender als letzte Instanz auftritt. Die aktuelle Forschung ist auf zwei Jahre ausgelegt, somit befinden sich die Projektpartner derzeit in der zweiten Phase. Nach der ersten Förderung über 500 000 Euro vom Bundeswirtschaftsministerium wird das Forschungsteam nun einen Folgeantrag stellen, um später aus dem Prototyp ein marktfähiges Produkt entwickeln zu können. Dieses ist für 2016 geplant. Wenn Konsens weiterhin weiterverfolgt wird, kann man auf die angekündigte technische Revolution aus dem Weserbergland gespannt sein.

Am 29. Januar 2013 berichtete die Dewezet bereits über das Forschungsprojekt „Konsens“.



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