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Eiscafébesitzer Diego Uva über Minusgrade, Urlaub und heißes Eis

Reden wir über den Winter …

Hameln. Die Sonne brennt – der Eisverkäufer rennt. Bei diesem Wetter brummt das Geschäft. Aber was, wenn es kühler wird? Irgendwann werden die Tage kürzer. Die Sonne lässt sich kaum noch blicken, die ersten Schneeflocken wirbeln im Wind. Und der Eisverkäufer? Was macht der eigentlich in den dunkeln Monaten des Jahres? Wir haben gefragt und mit Diego Uva über den Winter, die Kälte und Eis gesprochen.

veröffentlicht am 29.07.2014 um 06:00 Uhr

Herr Uva, wo sind Sie im Winter? Eigentlich hier. Denn wir haben ja auch im Winter geöffnet und nur kurze Zeit wirklich geschlossen. In den kalten Monaten bieten wir nicht so viel Eis, sondern eher Torten und Kuchen an. Wir sind ja ebenso ein normales Café. Aber natürlich nutze ich den Winter auch, um in den Urlaub zu fahren.

Stichwort Urlaub. Wo verbringen Sie den? Wir fahren natürlich auch gerne mal nach Italien. So habe ich das früher als Kind auch mit meinen Eltern gemacht. Die hatten auch ein Eiscafé. Ich bin mittlerweile die vierte Generation in dieser Branche. Im Winter war die Eisdiele meiner Eltern allerdings komplett zu. So haben wir ganze Monate in Italien verbringen können.

Abgesehen von Ihrem Kühlhaus: Was ist denn der kälteste Ort, an dem Sie je waren? Da bleibt eigentlich nur Deutschland. An wirklich kalten Orten war ich nie. Den letzten Urlaub habe ich mit meiner Freundin in Thailand verbracht. Auch wenn immer alle sagen, dass die Luftfeuchtigkeit dort so extrem sein soll. Also hier war es an manchen Tagen schlimmer.

Mögen Sie den Winter denn überhaupt? Die Antwort werden Sie von jeder Person aus dieser Branche hören: Ja. Natürlich mag ich auch den Sommer – das ist ja meine Hauptzeit. Aber im Winter habe ich wesentlich mehr Freizeit. Da kann ich dann auch mal in den Urlaub fahren. Außerdem mag ich es eh nicht, wenn es so extrem heiß ist. Ich bin eher ein Wintermensch – auch wenn ich Italiener bin. Meine freie Zeit im Winter nutze ich allerdings auch, um mich auf Messen zu informieren und mir neue Kreationen für den Sommer auszudenken. Diese Messen sind ja extra in den Winter gelegt. Auch im Winter beschäftige ich mich also mit Eis.

Was sagen Sie: Wann schmeckt Eis am besten? Ideal sind Temperaturen so zwischen 23 und 25 Grad – das ist super. So wie am vergangenen Sonntag. Da war bestes Eiswetter – so um die 25 Grad, leicht bewölkt. Wenn es zu heiß ist, gehen weniger Leute Eis essen. Ist es sehr sonnig, sind sie eher im Freibad. Man mag es vielleicht nicht glauben: Aber bei strahlendem Sonnenschein essen die Leute nicht so viel Eis wie bei leichter Bewölkung.

Sie haben den ganzen Tag die tollsten Sorten vor sich. Haben Sie auch zu Hause eine volle Eistruhe? Oder sind da nur Tiefkühlerbsen drin? Ich habe sogar eine eigene kleine Eismaschine zu Hause. Wenn hier Früchte übrig bleiben, mache ich für meine Freundin und mich auch mal ein Sorbet oder Ähnliches. Ich bringe auch Eis von der Arbeit mit. Dass ich Eis mal nicht mehr sehen kann, das wird nicht passieren. Eigentlich esse ich jeden Tag Eis. Oder jeden zweiten. Allein weil ich ja auch alles probiere.

Wie kalt ist ihr Eis hier im Tresen denn? Unser Eis hat immer zwischen -16 und -18 Grad. Kälter schmeckt es nicht, wärmer zerläuft es zu schnell.

Eis und heiß – passt das Ihrer Meinung nach zusammen oder sollte man Eis mit nichts Warmen mischen? Aber natürlich passt das. Wir haben sogar heißes Eis. Das ist dann wie so eine Mousse. Nichts für dieses Wetter. Aber wenn es kälter wird, bieten wir das an. Und Eis und heiße Kirschen? Klar kann man das zusammen essen.

Interview: Svenja-A. Möller



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