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Sana-Klinikum betreibt seit Wochen Ursachenforschung zum Gasalarm – Anlage schlägt erneut an

Rätsel bleibt ungelöst

Hameln. Das Phänomen trat am 8. Juni gegen 16 Uhr auf. Es war ein heißer Sonntag. 35 Grad im Schatten. Ob die Hitze etwas mit der Sache zu tun hat, weiß bislang niemand. Immer noch ist rätselhaft, was an diesem Nachmittag in einem fensterlosen Technikraum im Untergeschoss des Sana-Klinikums passiert ist.

veröffentlicht am 30.07.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 18.01.2017 um 11:17 Uhr

Ulrich Behmann

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Fakt ist: An diesem Pfingstsonntag stieg dort die Kohlenstoffmonoxid-Konzentration aus ungeklärter Ursache an – ein Gasmelder löste Alarm und damit einen großen Einsatz aus. Die Hamelner Feuerwehr rückte mit zehn Einsatzfahrzeugen und 23 haupt- und ehrenamtlichen Helfern an. „Die Anlage hat in einem Raum, in dem sich eine Elektroverteilung befindet, eine Erhöhung der Gaskonzentration angezeigt“, berichtete seinerzeit der stellvertretende Leiter der Wachbereitschaft, Thomas Breitkopf.

Man habe mehr als eine Stunde lang verschiedene Messgeräte eingesetzt, um den Grund dafür zu finden – allerdings ohne Erfolg.

Kohlenstoffmonoxid ist ein giftiges farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Es entsteht unter anderem bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen. Ein solcher Detektor kann kleinste CO-Mengen aufspüren, lange bevor Brandgase aufsteigen. Gerade in Technikräumen, in denen Kabelbrände entstehen könnten, sei das eine ausgezeichnete Frühwarnmöglichkeit, erklärt der Feuerwehrmann.

Überhitzte Kabel wurden glücklicherweise nicht entdeckt. „Wir haben eine Wärmebildkamera eingesetzt und alle Stränge mit Hightech inspiziert“, berichtete Breitkopf. Aus den Computer-Aufzeichnungen der Kohlenstoffmonoxid-Messanlage ginge aber hervor, dass es sich nicht um einen Fehlalarm gehandelt habe. Woher kam das Gas?

Das Sana-Klinikum betreibt seit Wochen Ursachenforschung. Das Krankenhaus hat Spezialisten beauftragt, das Rätsel um die erhöhte Konzentration von Kohlenstoffmonoxid zu lösen. „Ein externes Unternehmen führt eine Dauermessung durch“, sagt der Feuerwehr-Fachberater des Sana-Klinikums, Stefan Bode. 24 Stunden am Tag würden Detektoren aufzeichnen, wann und wo welche Konzentrationen des Gases auftreten. Man hoffe, auf diese Weise die Ursache finden zu können.

Laut Bode hat die Kohlenstoffmonoxid-Warnanlage in der Zwischenzeit zwei weitere Male Alarm ausgelöst. Das Sana-Klinikum habe die Technikräume zwar an eine Praxis für Strahlentherapie vermietet, sehe sich aber als Hausherr in der Pflicht, das Rätsel zu lösen.

Die Kabel wurden genauestens überprüft: Ein Schwelbrand scheidet als mögliche Ursache der erhöhten Gaskonzentration definitiv aus. „Eine Gesundheitsgefährdung hat es zu keiner Zeit gegeben“, betont die Sprecherin des Klinikums, Natalie Bechtold. Die Erhöhung des Kohlenstoffmonoxid-Werts sei „minimal“ gewesen.

Dennoch will das Sana-Klinikum wissen, was los war am 8. Juni. „Die Messungen im Untergeschoss werden noch ein, zwei Wochen andauern“, sagt Fachberater Bode. „Wir müssen abwarten. Hoffentlich sind wir dann schlauer.“



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