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Coppenbrügge will Zugänge im Frühjahr für ein halbes Jahr probehalber abschließen

Pausenhof bald dicht

Coppenbrügge. Kein Schulkind macht gerne Hofdienst. In der Grundschule am Ith mitten in Coppenbrügge ist er aber manchmal besonders eklig. Denn es sind nicht nur Trinkpäckchen und Butterbrotpapier, was die Schüler vom Pausenhof aufsammeln müssen, sondern manchmal auch Schnaps- und Bierflaschen, Kippen, Scherben und Kondome. Weiter nutzen Fahrradfahrer den Hof als Abkürzung, um von A nach B zu gelangen, und es kommt auch vor, dass Hunde ihre Notdurft dort verrichten, wo Kinder an sich unbeschwert spielen können sollten.

veröffentlicht am 27.01.2015 um 21:00 Uhr

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Durch einen betroffenen Vater hatte es das Thema Mitte des vergangenen Jahres sogar in den Rat der Gemeinde Coppenbrügge geschafft. Von den Ratsmitgliedern wurde es kontrovers diskutiert. Dem Ansinnen der Elternschaft, die Eingänge zumindest während der Schulzeit dichtmachen, wurde nicht entsprochen. Ein Argument dabei war, dass der Pausenhof ja auch nachmittags von Jugendlichen genutzt werde und das auch weiterhin möglich sein solle. Gegenargument der Eltern an der Stelle: Müsse denn einem Schulkind erst etwas passieren, bevor die Verwaltung aktiv werde?

Bis heute, ein halbes Jahr später, ist das nicht passiert. „Die Gemeinde hat es abgelehnt, die Eingänge dichtzumachen“, sagt die Elternratsvorsitzende Rabea Kummer. Sie vermute finanzielle Gründe hinter der Entscheidung. Die Eltern hätten sogar angeboten, die Arbeiten zu übernehmen, sodass die Gemeinde lediglich die Materialkosten hätte tragen müssen. Aber auch das sei von der Verwaltung abgelehnt worden – aus versicherungstechnischen Gründen.

Andrea Wegener, in der Verwaltung der Gemeinde Coppenbrügge verantwortlich für Schulangelegenheiten, ist das Thema bekannt. Momentan sei auf dem Pausenhof jedoch alles ruhig, was sie zum Teil darauf schiebt, dass momentan Winter ist. Im Frühjahr könnte die Thematik aber erneut an Brisanz gewinnen, weiß Wegener. Weshalb die Gemeinde im Frühjahr plane, die Eingänge dichtzumachen. Testweise zumindest erst mal für ein halbes Jahr. Eine abschließbare Kette werde dann vor die Eingänge des Hofes gehangen. Passanten oder Radfahrer, die dann immer noch den Weg über den Schulhof wählen, könnten dann entsprechend belangt werden. Zusätzlich sollen die Schilder, die an den Eingängen aufgestellt wurden, verändert werden. Diese weisen nämlich heute schon darauf hin, dass das Betreten der Anlage während der Schulzeiten für Unbefugte verboten ist und Zuwiderhandlungen angezeigt werden – allerdings gilt das nur bis 14 Uhr. Rechnet man allerdings mit ein, dass die Grundschule auch eine Nachmittagsbetreuung bis 15.30 Uhr anbietet, gilt das als problematisch. Dann sei es ganz Aufgabe der Lehrer, darauf hinzuweisen, dass das Gelände derzeit noch tabu ist. Auf den neuen Schildern soll die Uhrzeit nun den tatsächlichen Schulzeiten angepasst werden.

Noch ist das Überqueren der Hofes nach 14 Uhr erlaubt. Bald sollen diese Zeiten jedoch der Nachmittagsbetreuung der Schule angepasst werden. sak

Wann es losgeht mit den Arbeiten, konnte Wegener nicht konkret sagen. Das Coppenbrügger Bauamt wisse Bescheid. Auch das Ordnungsamt sei für die Thematik sensibilisiert worden und werde den Pausenhof der Grundschule am Ith im Auge behalten.



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