weather-image
10°
×

Elektronische Steuerkarte erst 2013 / Ersatzbescheinigung beim Finanzamt holen

Papiersteuerkarte 2010 gilt weiter

Landkreis (blc). Eigentlich sollte die elektronische Lohnsteuerkarte am 1. Januar 2012 starten. Deshalb haben die Gemeinden in diesem Jahr auch keine Papierlohnsteuerkarten mehr verschickt, auf denen wie bisher gewohnt Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Kirchenzugehörigkeit angegeben ist. Wegen unerwarteter technischer Probleme bundesweit wurde der Start der elektronischen Lohnsteuerkarte nun aber auf den 1. Januar 2013 verschoben. In welchen Fällen man als Arbeitnehmer etwas unternehmen muss, zeigen unsere folgenden Tipps:

veröffentlicht am 13.12.2011 um 00:00 Uhr

Steuerkarte 2010 gilt weiter: Die Eintragungen, die auf der Lohnsteuerkarte 2010 angegeben sind, gelten bis zum Start des neuen Verfahrens, also auch für 2012. Hat sich etwas an den Angaben geändert, kann man vom Finanzamt eine Ersatzbescheinigung 2011 ausstellen lassen, aus der Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer und eventuelle Freibeträge hervorgehen. Bei einem Arbeitgeberwechsel muss der Arbeitnehmer wie schon in der Vergangenheit dem neuen Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte 2010 oder die Ersatzbescheinigung 2011 aushändigen.

Wenn sich nichts geändert hat: Haben sich gegenüber den Eintragungen der Lohnsteuerkarte 2010 keine Änderungen ergeben, muss man nichts veranlassen. Die Lohnsteuer wird vom Arbeitgeber wie bisher nach diesen Angaben abgeführt.

Wenn Eintragungen nicht mehr aktuell sind: Haben sich Lohnsteuerabzugsmerkmale für 2012 verändert (z.B. Kinderfreibetrag entfällt oder eine andere Steuerklasse), muss der Arbeitnehmer das beim Finanzamt ändern lassen. Er bekommt eine neue Ersatzbescheinigung für seinen Arbeitgeber.

Arbeitgeber über Änderungen informieren: Dem Arbeitgeber müssen immer die aktuellsten Informationen vorliegen, sonst ist ein korrekter Steuerabzug nicht möglich. Im Herbst 2011 wurden Informationsschreiben des Finanzamtes über die erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug (ELStAM) ab Januar 2012 verschickt. Hier muss zunächst jeder prüfen, ob die Angaben richtig sind. Freibeträge sind dort nicht aufgeführt. Stimmen die Angaben in diesem Informationsschreiben nicht oder muss für 2012 ein neuer Freibetrag beantragt werden, muss man dem Arbeitgeber einen Ausdruck der ab 2012 gültigen ELStAM vorlegen, der auf Antrag vom zuständigen Finanzamt ausgestellt wird.

Zuviel gezahlte Lohnsteuer: Wird im Jahr 2012 ein zu hoher Lohnsteuerabzug vorgenommen, weil ein Freibetrag erst ab 2012 beantragt wurde, entstehen dem Arbeitnehmer keine Nachteile. Zuviel einbehaltene Lohnsteuer wird ihm nach Abgabe der Steuererklärung 2012 erstattet.

Wenn der Freibetrag künftig entfällt: Entfällt für 2012 ein bisher eingetragener Freibetrag, sollte man das Finanzamt und den Arbeitgeber rechtzeitig informieren, damit es bei der Einkommensteuerveranlagung 2012 nicht zu einer bösen Nachzahlung kommt.

Berufseinsteiger in 2012: Wie bisher stellt das Finanzamt bis zum Start des elektronischen Verfahrens auf Antrag eine Ersatzbescheinigung aus, die dem Arbeitgeber vorgelegt werden muss.

Vereinfachte Regelung für Auszubildende: Ledige Auszubildende, die im Kalenderjahr 2012 ein Ausbildungsverhältnis als erstes Dienstverhältnis beginnen, brauchen keine Ersatzbescheinigung. Hier kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach Lohnsteuerklasse I berechnen, wenn der Auszubildende seine identifikationsnummer, das Geburtsdatum, seine eventuelle Religionszugehörigkeit angibt. Außerdem muss er schriftlich bestätigen, dass es sich um sein erstes Dienstverhältnis handelt. Wurde für einen Auszubildenden diese vereinfachte Regelung in 2011 schon angewandt, so gilt sie auch für das Jahr 2012 weiter.

Die elektronische Lohnsteuerkarte wird nicht wie geplant 2012, sondern erst 2013 starten. Da keine Papiersteuerkarten mehr verschickt wurden, gilt die Lohnsteuerkarte 2010 weiter.

Foto: fotolia



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige