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Antrag aus Dezember 2011: Kostenlose Vereinsmitgliedschaft für Kinder?

Missbehagen über Ergebnislosigkeit

Bückeburg (bus). Die CDU-Fraktion des Bückeburger Stadtrates hat den Schulbeginn zum Anlass genommen, an ihren „Antrag auf Förderung der Mitgliedschaft Bückeburger Kinder in Sportvereinen“ zu erinnern. Mit dem im Dezember 2011 bei Bürgermeister Reiner Brombach eingereichten Antrag (wir berichteten mehrfach) zielen die Christdemokraten vornehmlich auf eine kostenlose Mitgliedschaft in einem der Sportvereine der Stadt für Mädchen und Jungen zwischen dem fünften und dem achten Lebensjahr ab. Eine frühe Begeisterung und ein Heranführen an eine Sportart sei nachweislich effektiver als ein späterer Einstieg, hatte der Fraktionsvorsitzende Axel Wohlgemuth an das Stadtoberhaupt geschrieben.

veröffentlicht am 05.09.2012 um 00:00 Uhr

Wohlgemuth seinerzeit weiter: „Den Kindern kann hiermit das Gefühl für Teamgeist, Ehrgeiz und Verantwortung für die eigene Gesundheit schon in frühen Jahren vermittelt werden. Der Spaß, gemeinsam zu kämpfen, sich durchzusetzen und spielerisch lernen, Misserfolge wegzustecken, sind wichtige Voraussetzungen für eine positive Entwicklung unserer Kinder.“ Mit dem Programm solle aber nicht nur der Bewegungsarmut der jungen Menschen entgegengewirkt werden. „Zum anderen erhoffen wir uns auch einen Impuls für die Bückeburger Vereinslandschaft und eine Abmilderung der Folgen des demografischen Wandels“, ließ der Fraktionsvorsitzende den Bürgermeister wissen. Und: „Einen weiteren positiven Punkt sehen wir in der Unterstützung der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund.“

Die CDU ging im Dezember von 100 bis 200 interessierten Kindern aus und beantragte, zunächst jährlich 10 000 Euro in den Haushalt einzustellen. Die Kosten der Mitgliedschaft sollten bis zur Höhe von maximal 50 Euro pro Kind von der Stadt getragen werden. Nach einer Laufzeit von drei Jahren sollten die Erfahrungen mit dem Programm gemeinsam mit Vertretern der Vereine ausgewertet und über eine Fortsetzung beraten werden. „Wir hoffen mit Ihrer Zustimmung, die Attraktivität des sportlichen Bereichs der Stadt zu erhöhen und Kinder bereits im frühen Alter noch mehr für Bewegung begeistern zu können“, hieß es abschließend.

Jetzt äußerte Wohlgemuth gemeinsam mit den Fraktionsmitgliedern Brigitte Einfalt-Spieß und Friedel Pörtner sein Missbehagen darüber, dass der Antrag zwar in der Zwischenzeit mehrmals im Sport- und Partnerschaftsausschuss des Stadtrates behandelt, dabei aber kein Ergebnis erzielt worden sei. Die Mehrheitsgruppe setze auf ein Sportentwicklungskonzept, dessen Erstellung der Auffassung des Trios zufolge mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann. „Wir wollen stattdessen eine möglichst zeitnahe Entscheidung.“ Die Einschulung hätte einen guten Zeitpunkt dargestellt.

Die drei Christdemokraten gaben zudem zu bedenken, dass in der Ex-Residenz in den zurückliegenden Jahren viel in Sportanlagen investiert worden sei. Hockeyplatz, Sportzentrum Evesen, Sozialtrakt Hevesen, Sanierung Jahn-Stadion und Multifunktionsanlage Meinsen-Warber lauteten in diesem Zusammenhang die Stichworte.

Nun sei es an der Zeit „in Beine statt in Steine“ zu investieren. Wovon nicht zuletzt die Vereine profitierten, die unter anderem wegen der Umstellung des Schulsystems auf den Ganztagsbetrieb mit Nachwuchssorgen zu kämpfen hätten. „Wir wollen, dass die Sportstätten genutzt und mit Leben erfüllt werden“, betonten die Fraktionsvertreter. Und: „Wir verstehen nicht, warum der Antrag von der Mehrheitsgruppe nicht mitgetragen wird und drängen darauf, dass über ihn entschieden wird.“



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