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Landkreis Schaumburg bleibt verschont – auch aktuell keine Erkrankungen

Masern-Ausbruch abgeklungen

Anfang des Jahres machte die Nachricht über einen Masern-Ausbruch in unmittelbarer Nachbarschaft von Rinteln die Runde. Bei mehreren Kindern und Erwachsenen im Extertal war die hochansteckende Kinderkrankheit festgestellt worden. Das Gesundheitsamt startete eine groß angelegte Überprüfung des Impfstatus von mehr als 2000 Schülern. Ein Dreivierteljahr später habe sich alles wieder normalisiert, berichtet Meike Delang, Pressereferentin des Kreises Lippe, auf Anfrage. Das Gesundheitsamt hätte schnell reagiert und erkrankte Personen isoliert. Wer im Kontakt mit ihnen gestanden hatte, wurde beobachtet, um zu verhindern, dass sich die Masern weiter verbreiten. „Nach ein paar Wochen war der Masern-Ausbruch überstanden“, sagt Delang.

veröffentlicht am 21.10.2015 um 00:00 Uhr

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Weiterhin nicht bekannt ist der Auslöser des Masern-Ausbruchs im Extertal. Zwei Familien, in denen sich jeweils ein Kind zeitgleich ansteckte, sollen den Anfang gemacht machen. Damals wie heute können keine Berührungspunkte ausgemacht werden. Gerüchte kochten hoch, dass es sich bei dem Auslöser um den Bewohner eines Flüchtlingsheims handeln könnte. Eine Überprüfung ergab, dass an dieser Vermutung nichts dran war. Die hohe Ansteckungsgefahr von Masern gestalte die Ermittlung schwierig, hieß es damals schon. „Es reicht, im Supermarkt an jemandem vorbeizugehen, der an Masern erkrankt ist, um sich anzustecken“, sagte die Kreissprecherin Meike Delang Anfang Februar. Unabhängig vom Masern-Ausbruch im Extertal oder dem in Berlin, der die Behörden seit Herbst 2014 bis heute beschäftigt, komme es seit 2006 etwa alle zwei bis drei Jahre zu größeren Infektionswellen in der gesamten Bundesrepublik. Das schreibt die überregionale Wochenzeitung „Die Zeit“. Der Erreger schlummere noch in der Bevölkerung und finde den Weg in die ungeschützten Lücken. In Großstädten wie Berlin passiere das häufiger. Seit Oktober 2014 erkrankten in Berlin rund 1360 Menschen an den Masern. Ihren Höhepunkt erreichte die Masern-Welle zwischen Jahresbeginn 2015 und etwa Mitte April. Zeitweise wurden mehr als 80 Fälle pro Woche gemeldet. Erst fast ein Jahr später begannen die Behörden, wieder weniger Erkrankungen zu registrieren. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2014 kam es in Berlin zu lediglich 133 Fällen der Infektionskrankheit. Ginge es nach den Zielen der Bundesregierung, dürfte es in Deutschland in diesem Jahr nicht mehr als 82 Masern-Erkrankungen geben – und das bundesweit. In ländlichen, bevölkerungsärmeren Gegenden ist ein Ausbruch wie in Berlin eher unwahrscheinlich, was die Ausnahmeerscheinung des Masern-Ausbruchs im Extertal nur noch unterstreicht. In den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg waren Anfang des Jahres keine Masern-Erkrankungen aufgetreten – und auch aktuell sind keine Fälle bekannt, ist aus beiden Gesundheitsämtern zu hören. Dass es derzeit keine Fälle gebe, könne aber keineswegs als Normalzustand angesehen werden, heißt es aus Schaumburg. Es sei aber auch ein Ausdruck dessen, dass offensichtlich viele in den Kreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont gegen Masern geimpft seien. Weiterhin keine Masern-Fälle oder, anders ausgedrückt, die vollständige Elimination der Krankheit bis 2020 ist bundesweit das Ziel, dass von den Gesundheitsbehörden verfolgt wird.



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