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Vier Monate nach unserem Bericht: Gotteshaus überregional gezielt vermarkten

Kirche für 540 000 Euro zu haben – „Wollen nichts übers Knie brechen“

Rinteln (dil). Für Rinteln war es Ende November vergangenen Jahres ein erstmaliges Ereignis: Ein Gotteshaus steht zum Verkauf. Es handelt sich um die neuapostolische Kirche am Eichendorffweg 3 in der Nordstadt. Für 540 000 Euro wurde sie am 5. März mit Bild in einer Immobilienanzeige der Dewezet in Hameln angeboten mit der Bezeichnung: „Ein außergewöhnliches Angebot in Rinteln: ehemaliges Gemeindehaus.“ Doch Interessenten haben sich bisher nicht gemeldet.

veröffentlicht am 23.03.2011 um 00:00 Uhr

Am Sonntag, 14. November, waren die beiden neuapopostolischen Gemeinden Rinteln und Krankenhagen in einem Gottesdienst zu einer Gemeinde zusammengeführt worden. Der Standort Rinteln wurde aufgegeben, man trifft sich nun in Krankenhagen, Iltispfad 8. Dort ist auch Platz genug für gemeinsame Gottesdienste mit den Rintelnern. Die jüngere Mitgliederstruktur hatte den Ausschlag für Krankenhagen gegeben, beide Gemeinden schrumpften bereits seit Jahren. Die größere Kirche in Rinteln ist zudem teurer im Unterhalt. Um deren Erhalt kümmern sich seither Gemeindeglieder im Wechsel – innen und außen. Bezirksältester Klaus Meyer aus Stadthagen bekräftigt: „Wir wollen ja nicht, dass unsere Immobilie an Wert verliert.“

Neu in der Immobilienanzeige war immerhin der Wert, den die Gemeinde beim Verkaufspreis ansetzt: 540 000 Euro. Dafür gibt es ein 30 Jahre altes Gebäude mit 477 Quadratmetern Nutzfläche, die sich in einen großen und kleinen Saal sowie Nebenräume gliedern. Das Grundstück ist 1787 Quadratmeter groß. Entweiht werden müsse das ehemalige Gotteshaus nicht, das sei bei der neuapostolischen Kirche nicht üblich, erklärt Meyer. Der Preis sei verhandelbar, sagt der Bezirksälteste. Das Objekt werde jetzt von speziellen Maklern überregional an eine dafür in Frage kommende Klientel vermarktet, ohne Zeitdruck und parallel zu den Bemühungen der Immobilienabteilung der Volksbank Hameln-Stadthagen. Meyer: „Unser Wunsch ist zwar ein kurzfristiger Verkauf, aber wir wollen hier nichts übers Knie brechen.“

Wichtig sei es, jemand zu finden, der auch Verwendung für die Immobilie hat. Eine großzügige Verwaltung, ein Veranstaltungszentrum, ein Schulungsgebäude, eine gewerbliche Nutzung oder nach Umbau Nutzung für Wohnzwecke – vieles sei denkbar, so Meyer. Aber in den meisten Fällen müsste dann bei der Stadt auch eine Nutzungsänderung beantragt werden, denn die ehemalige Kirche ist umgeben von Wohnbebauung.



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