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Vor 35 Jahren: FC Bayern München gewinnt zum ersten Mal den Weltpokal

Kampf der Kontinentalmeister

Am Beginn des Weltpokals stand eine Rivalität, die schon 50 Jahre zuvor ihren Anfang genommen hatte: Die zwischen den europäischen und südamerikanischen Fußballvereinen – wer spielte den besseren Fußball, wer war erfolgreicher? 1960 wurde dann der Weltpokal ins Leben gerufen: Die beiden „Kontinentalmeister“ sollten sich nunmehr miteinander messen. Das erste Kräftemessen gewann Real Madrid, sodass der erste Weltpokal nach Europa ging.

veröffentlicht am 19.12.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 09:08 Uhr

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Als der FC Bayern 1976 das erste Endspiel um den Weltpokal erreichte, hatten die Münchener den europäischen Thron längst erklommen. Dreimal in Folge wurde der Europapokal der Landesmeister, die heutige Champions League, gegen Atletico Madrid, Leeds United und AS Saint-Etienne gewonnen – das war zuvor nur Real Madrid und Ajax Amsterdam gelungen.

Es war eine Mannschaft im Umbruch, die zum Finale um den Weltpokal auflief. 1970 hatte Udo Lattek den bisherigen Trainer Zebec abgelöst. Mit der Amtsübernahme Latteks begann für den FC Bayern eine neue, höchst erfolgreiche Ära, die erst 1975 endete: Die Krise setzte ein, Lattek wurde von Dettmar Cramer ersetzt. Einer der letzten großen Höhepunkte war der Gewinn des Weltpokals.

Als erste deutsche Mannschaft holte man mit einem 2:0 zu Hause und einem 0:0 im Rückspiel den Pokal gegen Cruzeiro Belo Horizonte. Franz Beckenbauer wurde zum Fußballer Europas gewählt und verließ zum Ende der Saison den FC Bayern in Richtung Cosmos New York. In der Liga wurde man nur Zwölfter und erlebte eine der bittersten Heimpleiten der Geschichte, als man mit 0:7 gegen den FC Schalke 04 verlor. 65 Gegentore in einer Spielzeit bedeuten den absoluten Negativrekord für die Münchner.

Und der Weltpokal? Der Wettbewerb wurde am 12. Dezember 2004 zum letzten Mal ausgetragen. Zwei deutsche Klubs konnten den Titel gewinnen: der FC Bayern München, der 2001 noch einmal erfolgreich war, sowie Borussia Dortmund, die das beste Jahr ihrer Vereinsgeschichte 1997 mit dem Gewinn krönten. Von den 43 Endspielen konnten europäische Teams 21, südamerikanische 22 für sich entscheiden.

Es ist eine Statistik, die ein bisschen täuscht, denn vor allem in den siebziger Jahren weigerten sich europäische Sieger gleich fünfmal, gegen den südamerikanischen Kontinentalmeister anzutreten. Der Grund war der zum Teil extreme Einsatz und die große Zweikampfhärte. 1971 verzichtete erstmals Ajax Amsterdam auf die Teilnahme, Johann Cruyff hatte sich im Vorjahr ernste Verletzungen im Endspiel zugezogen.

Das Beispiel machte Schule. Nur Atletico Madrid, die gegen Bayern erst im Wiederholungsspiel unterlegen waren, konnte 1974 als Finalist den Titel gewinnen. Das erste von den beiden Endspielen wollten nur 22 000 im Olympiastadion München sehen. Die ganz späten Tore schossen Gerd Müller und Jupp Kapellmann.

Das Rückspiel am 21. Dezember 1976 hatte eine größere Resonanz: 117 000 Zuschauer sahen zu, als die Bayern mit einem 0:0 den Weltpokal-Triumph unter Dach und Fach brachten.

Das Turnier um den Weltpokal wurde zum letzten Mal im Jahr 2004 ausgetragen.

Foto: Wikipedia



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