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Nach rund einem Jahr 49 000 Dachflächen ausgewertet / 38 Prozent für Photovoltaik geeignet

Hat sich Hamelns Solarkataster bewährt?

Hameln (nb). Seit Juli 2011 verfügt die Stadt über ein Solarkataster: Mithilfe von Luftaufnahmen ist eine umfangreiche Datenbank entstanden, die knapp 49 000 Dachflächen in Hameln auswertet. Die Dachflächen sind in drei verschiedene Kategorien unterteilt und zeigen, wie gut die Flächen für die Installation von Photovoltaikanlagen oder Solarthermie geeignet sind.

veröffentlicht am 26.09.2012 um 06:00 Uhr

„Damit geben wir den Hauseigentümern umfassende Informationen an die Hand, die ihnen die Entscheidung für den Bau einer Photovoltaikanlage erleichtern“, sagte damals die städtische Klimaschutzbeauftragte Christine Tegtmeier.

Die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und Berichterstattung in den regionalen Medien haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Das Interesse der Bürger am Solarkataster war groß, die Zugriffe auf die Datenbank hätten alle Erwartungen gesprengt. „Teilweise war sogar der städtische Server etwas überfordert, das haben die EDV-Fachleute der Stadtverwaltung jedoch schnell wieder in den Griff bekommen“, erinnert sich Pressesprecher Thomas Wahmes. Nach einem so fulminanten Einstieg wird seitdem kontinuierlich auf die Datenbank des Solarkatasters zugegriffen. „In den letzten Monaten verzeichnete die Stadt circa 200 Zugriffe pro Monat, während einer Solarkampagne im Mai waren es über 500 Zugriffe“, berichtet Thomas Wahmes.

Für die Solarkampagne hatte die Stadt Hameln das Solarkataster ausgewertet und daraufhin rund 200 Haushalte mit sehr gut geeigneten Dächern persönlich angeschrieben und in Kooperation mit der Stadtsparkasse Hameln und der Klimaschutzagentur einen Gutschein für eine Solarstromberatung zur Verfügung gestellt. „Das Solarkataster kann dazu beitragen, die Verbreitung von Photovoltaik zu fördern“, sagt Wahmes. Nach der Erstinformation durch das Solarkataster empfehle sich allerdings, die betreffenden Flächen im Einzelfall genau zu prüfen und individuell zu bewerten. Immerhin würden sich rund 38 Prozent aller Dachflächen in Hameln für die Errichtung einer Photovoltaikanlage eignen. Mit einer möglichen Modulfläche von circa 987 000 Quadratmetern würden die Dächer der Eignungsklassen „sehr gut“ und „gut“ ein Potenzial für einen Stromertrag von insgesamt 120 864 Megawattstunden pro Jahr bieten. Damit ließen sich jährlich 75 763 Tonnen CO2 einsparen. „Würde das gesamte Potenzial aller geeigneten Dachflächen in Hameln genutzt, könnten rund 40 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Hameln emissionsfrei produziert werden und die CO2-Emissionen um circa 1,3 Tonnen pro Einwohner und Jahr reduziert werden“, erklärt Wahmes.

Insgesamt gab es im November letzten Jahres 131 private Photovoltaikanlagen in Hameln. Diese Anlagen würden etwa 843 000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom erzeugen, mit denen rund 238 Drei-Personen-Haushalte ihren Strom-Bedarf decken könnten.

Mitte des Jahres 2011 begann die Stadt, ein Solarkataster zu erstellen.Foto: Archiv



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