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Zweieinhalb Monate nach Bericht: Dach für Photovoltaik nicht geeignet

Halle kann Solaranlage nicht tragen

Deckbergen/Rinteln (pk). Die noch für 2011 angekündigte Photovoltaikanlage für das Dach der Sporthalle Deckbergen ist zu den Akten gelegt worden. Die Untersuchungen des Ingenieurs Horst Vöge sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Tragfähigkeit des Daches nach der energetischen Sanierung im Herbst letzten Jahres ausgereizt ist. Eine Solaranlage würde die Statik des Daches nicht mehr tragen können, teilt Vöge auf Anfrage unserer Zeitung mit.

veröffentlicht am 04.01.2012 um 00:00 Uhr

Wäre in der Vergangenheit anders beziehungsweise vorrausschauender gedämmt worden, läge der Fall jetzt möglicherweise anders, gibt Vöge zu bedenken. „Aber inzwischen hat das Dach drei Dämmungsschichten sowie drei Dachhäute“, führt der Ingenieur aus. Damit sei der Grenzwert der Tragkraft zu annähernd 100 Prozent ausgereizt. Angesichts dessen noch eine Solaranlage mit einem Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm pro Quadratmeter obendrauf zu setzen. „Da hätte ich nicht mehr ruhigen Gewissens grünes Licht geben können“, sagt Vöge.

Für die Solargemeinschaft Rinteln, die für die Anlage verantwortlich gezeichnet hätte, kein Grund Trübsal zu blasen. In Kürze sollen die Dächer des Comenius-Kindergartens in Rinteln sowie die Mehrzweckhalle in Engern energetisch saniert werden. Wenn die Statik dieser Dächer es zulässt, will die Solargemeinschaft dann dort Photovoltaikanlagen anbringen, sagt Werner Dubiel von der Solargemeinschaft.

„Die Anlagen dort sollen dieselbe Leistung erbringen, wie sie ursprünglich für Deckbergen geplant gewesen war“, merkt Dubiel an: 25 Kilowatt Peak, vielleicht auch mehr. Der Strom würde ins Netz der Stadtwerke Rinteln eingespeist werden.

Aber noch ist auch das Zukunftsmusik. Zunächst müssen die angedachten energetischen Sanierungsmaßnahmen des Comenius-Kindergartens und der Mehrzweckhalle Engern vom Stadtrat in der bevorstehenden Sitzung, Dienstag, 10. Januar, beschlossen werden. Dabei geht es bei der Mehrzweckhalle um 150 000 Euro, beim Kindergarten um 170 000 Euro.

Die Mehrzweckhalle soll laut Erster Stadtrat Jörg Schröder eine Dämmung auf der Holzdecke bekommen, Fluchttüren und energiesparende Deckenlampen. Außerdem sollen die Glasbausteine durch zeitgemäße Fenster ersetzt werden.

„Die bevorzugte Variante für den Kindergarten wäre ein komplett neues, leicht geneigtes Dach“, sagt Schröder und schränkt gleichzeitig ein: „Wenn die Statik das denn mitmacht.“

Stimmt der Rat für die Sanierungen, müsse die Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft mbH (GVS), die die Gebäude betreut, zunächst einen Zeitplan für alle anfallenden Maßnahmen in 2012 erstellen und sich schließlich mit den Nutzern abstimmen. Wenn dann aus statischer Sicht nichts dagegen spricht, stehe auch den Solaranlagen nichts mehr im Wege.

Am 22. Oktober 2011 berichtete unsere Zeitung über die Sporthalle in Deckbergen, die eigentlich eine Solaranlage zur Stromerzeugung erhalten sollte.



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