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Keine Hinweise zum Verbleib des wertvollen Instruments von Pyrmonter Musikerin

Geige bleibt spurlos verschwunden

Bad Pyrmont. Vor zweieinhalb Jahren verlor Cosima Bodien aus Bad Pyrmont ihre wertvolle Geige in der S-Bahn auf dem Pyrmonter Bahnhof. Das Verschwinden sorgte für große Aufruhr. Deutschlandweit wurde über den Fall berichtet, sogar die Boulevard-Presse zeigte Interesse an dem Fall. Und auch die Bundespolizei war am Wiederauffinden der Geige interessiert und rief damals eine öffentliche Fahndung aus.

veröffentlicht am 26.08.2015 um 06:00 Uhr

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Heute, zweieinhalb Jahre nach dem Verschwinden des 250 Jahre alten Instruments, gibt es nach wie vor keine Spur über den Verbleib – und so wird es vermutlich auch bleiben. Ihre Mutter Ellen Bodien erklärt auf Nachfrage: „Die Geige ist nicht wieder aufgetaucht. Wir werden ständig danach gefragt, aber sie bleibt leider nach wie vor wie vom Erdboden verschluckt.“ Sie berichtet, dass es vor einiger Zeit einen kurzen Hoffnungsschimmer gab. Im Internet hatte die Familie ein Instrument entdeckt, welches Ähnlichkeiten mit Bodiens Geige aufwies und zum Kauf angeboten wurde. „Die Violine, die wir im Internet gefunden haben und von der wir vermuteten, dass es sich um Cosimas handle, war letztlich leider doch nicht die richtige.“ Bei näherer Betrachtung habe sich herausgestellt, dass das Instrument im Internet eine andere Farbe aufwies, deshalb wurde diese Spur nicht weiterverfolgt.

Und auch bei der Bundespolizei Hannover gibt es keine weiteren Ansatzpunkte, um den Verbleib des Instruments zu klären, wie deren Pressesprecher auf Nachfrage mitteilt: „Verschiedene Ermittlungsansätze wie zum Beispiel Öffentlichkeitsfahndungen, Videoauswertungen und Internetrecherchen haben nicht zum Wiederauffinden der Geige geführt.“ Deswegen habe die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Die Bundespolizei sagt aber auch, dass die Fahndung nach der Geige trotzdem weiterlaufe. Sollten neue Hinweise bei der Polizei eingehen, würden die Ermittlungen wieder aufgenommen werden, erklärt der Pressesprecher der Bundespolizei weiter.

Zur Vorgeschichte des Verschwindens: Es war kurz vor Weihnachten, als Cosima Bodien im Dezember 2012 ihre vertraute Geige in der S-Bahn auf dem Weg von Hannover nach Bad Pyrmont vergaß. Obwohl sie den Verlust noch an dem selben Abend bemerkte und die Bahn kontaktierte, war die 250 Jahre alte Geige nicht mehr aufzufinden. Irgendjemand muss sie aus dem S-Bahn-Waggon, in dem Bodien saß, entwendet haben. Im Oktober 2013, knapp ein Jahr nach dem spurlosen Verschwinden der Geige, fehlte von ihr weiterhin jede Spur. Eine öffentliche Fahndung der Bundespolizei, die nach dem Verschwinden ausgerufen wurde, zeigte keinen Erfolg. Dass damals überhaupt eine öffentliche Fahndung nach dem Instrument ausgerufen wurde, war keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Denn öffentliche Fahndungen nach Gegenständen gehören nicht zum Kerngeschäft der Bundespolizei. Der Polizeisprecher Lenger erklärte damals: „Das ist erst der zweite Fall in 13 Jahren.“

Auch ein Finderlohn in Höhe von 1000 Euro, welchen Bodiens Eltern für denjenigen ausgesetzt hatte, der die Violine in einem Fundbüro abgibt oder den entscheidenden Hinweis zur Wiederbeschaffung des wertvollen Musikinstruments liefert, brachte keinen Erfolg. Bodien nutzte zu dieser Zeit bereits eine andere Geige, um sich angemessen auf die Prüfungen für ihr Studium an der Musikschule Hannover vorzubereiten.

Doch mittlerweile geht für Cosima Bodien das Leben trotz des Verlusts ihres geliebten Instruments weiter. Auch ohne ihre vertraute Geige hat sie ihr Diplom an der Musikhochschule Hannover bestanden und strebt nun den Masterabschluss im Fach „Performance“ an der Züricher Hochschule der Künste an.

Am 23. Oktober 2013 spielte Cosima Bodien aus Bad Pyrmont bereits auf einer anderen Geige.



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