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Männer an vorderster Front: Wie es bei Niedersachsens Direktkandidaten aussieht

Frauen weniger politisch interessiert?

Nicht nur Feministinnen machen die Gleichstellung von Frau und Mann in allen gesellschaftlichen Bereichen zum Thema – auch auf dem Arbeitsmarkt und in der Politik werden immer wieder Debatten zur Gleichberechtigung der Geschlechter angestoßen, etwa die mögliche Einführung einer gesetzlich festgelegten Frauenquote für Aufsichtsräte.

veröffentlicht am 19.01.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2013 um 12:17 Uhr

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Morgen ist Landtagswahl in Niedersachsen. Wie sieht es da bei den Direktkandidaten innerhalb der verschiedenen Parteien aus? Fakt ist: Unter den insgesamt 659 Bewerbern um einen Sitz im niedersächsischen Landtag befinden sich nur 176 Frauen – knapp drei Viertel der Bewerber sind also männlich. Betrachtet man die einzelnen Parteien, fällt vor allem der sehr geringe Anteil weiblicher Bewerber bei der FDP und bei der Piraten-Partei auf.

Bei den Liberalen sind es nur 14 von insgesamt 88 Bewerbern, also 15,9 Prozent. Noch drastischer ist der Unterschied bei den Piraten: 91 Prozent der Bewerber um einen Landtagssitz in Niedersachsen sind männlich. Mit dem Problem der geringen Frauenquote innerhalb der Partei haben die Piraten schon länger zu kämpfen. Die Partei selber bezeichnet ihre Einstellung dabei als „Post Gender“: Unterschiede zwischen Frauen und Männern sollen bewusst ignoriert werden, um so absolute Gleichberechtigung zu erlangen, argumentieren die Piraten.

Und wie sieht es bei SPD und CDU aus? Der Anteil weiblicher Bewerber ist bei den beiden Parteien ähnlich: Während es bei der SPD 31 Prozent sind, liegt die Quote bei der CDU bei 33 Prozent.

Den höchsten Frauenanteil bei den Direktkandidaten weisen bei diesen Wahlen die Grünen auf. 42 der insgesamt 88 Kandidaten sind weiblich – fast die Hälfte. Auch insgesamt sind die Grünen neben der Linken die Partei mit den meisten weiblichen Mitgliedern: Bei beiden lag der Frauenanteil 2010 bei etwa 37 Prozent. Doch das ist den Grünen noch zu wenig: „Fifty-fifty“ heißt das Ziel, also genauso viele weibliche wie männliche Parteimitglieder. Die Anstrengung der Grünen nach Gleichberechtigung wird auch durch das „Frauenstatut“ deutlich. Hier ist zum Beispiel festgelegt, dass alle Parteigremien paritätisch zu besetzen sind.

Und woran liegt es nun, dass mehr Männer als Frauen politisch aktiv zu sein scheinen? Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung sind Frauen insgesamt seltener an Politik interessiert als Männer. Doch trotzdem hat sich die Anzahl von Frauen in der Politik erhöht. Im Deutschen Bundestag etwa ist der Frauenanteil in den letzten 30 Jahren von 9,8 Prozent auf 32,8 Prozent gestiegen.



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