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Neun Monate nach dem Bericht: Kita Steinbergen bekommt doch neue Küche

Extraraum und niedrigere Kosten befrieden Dauer-Diskussionen

Steinbergen (pk/mld). Die Debatte hat sich über lange Zeit hingezogen, es gab Ortstermine, Anträge und stundenlange Redeschlachten im Rintelner Stadtrat. Und immer ging es nur um eins: um insgesamt 45 Quadratmeter Küchenraum. Denn den will die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte in Steinbergen haben, damit die Kinder mehr Platz bekommen. Diese teilweise sehr emotional geführte Diskussion scheint jetzt beigelegt, eine Lösung ist gefunden worden.

veröffentlicht am 04.05.2011 um 00:00 Uhr

„Jetzt wird die Küche verlegt“, sagt Kita-Leiterin Martina Meyer, „vom Krippenbereich in den Kindergartenbereich.“ Auf diese Weise werde im Krippenbereich gleichzeitig ein eigener Ruheraum geschaffen und der sei ohnehin vorgeschrieben.

Geschaffen wird der neue Raum nun nicht durch einen Anbau, sondern durch eine zusätzliche Wand. Die Kosten für die Baumaßnahme werden laut Meyer von der Stadt Rinteln getragen. Für die neue Küche komme jedoch die Kirchengemeinde Steinbergen auf.

„Wir hoffen, dass es noch am kommenden Wochenende mit den Arbeiten losgeht“, sagt Meyer.

Das bestätigt auch Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder: „Am Freitag kommen die Handwerker!“, verkündet er freimütig. Der Vermutung, man habe sich in dieser Sache mit einer kleinen Lösung begnügt, widerspricht Schröder: „Wieso denn? Das ist einfach eine kostengünstigere Lösung.“

Laut Schröder bezahlt die Stadt insgesamt 16 000 Euro für die Arbeiten innerhalb des Kindergartens, also für die Umbauten rund um die zusätzliche Wand.

Zur Erinnerung: Gewünscht war seitens der Kita ein eigener, angebauter Küchenraum, aber dafür fand sich im Rat keine Mehrheit: Dreimal ist der Antrag dafür von den politischen Gremien der Stadt abgelehnt worden. Die von der Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft mbH (GVS) errechneten 91 103 Euro für den Extraraum seien zu teuer, der Anbau nicht notwendig, argumentierte die städtische Seite.

Das sah naturgemäß die Kita-Seite anders: Gerade die Krippenkinder, also die unter Dreijährigen, hätten ein besonderes Schlafbedürfnis, sie müssten auch vormittags schlafen können. Das sei aber nur im Gruppenraum oder in der Garderobe möglich; zwischen diesen Räumen liegt allerdings die Küche, die von den Erzieherinnen oft benutzt wird.

Auch Steinbergens Ortsbürgermeister Heiner Bartling (SPD) hatte sich stets für den Anbau ausgesprochen – stimmte im Rat der Stadt Rinteln im März 2009 allerdings dagegen, wofür er hinterher von Steinberger Seite heftige Kritik hatte einstecken müssen.

Unterdessen wurde bereits der nächste Antrag gestellt. Der Kindergarten will künftig bis 17 Uhr, statt bloß bis 14 Uhr geöffnet sein. „Die Eltern sind heutzutage auf längere Öffnungszeiten von Kindertagesstätten angewesen, gerade, wenn sie berufstätig sind“, erläutert Meyer.

Gesetzt den Fall der Antrag wird genehmigt, werde auch zusätzliches Personal eingestellt werden müssen, merkt Meyer an. Wie viele das sein könnten, könne sie jetzt noch nicht einschätzen. Momentan sind sieben pädagogische Mitarbeiter in dem Kindergarten beschäftigt.



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