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Kleine Rätsel Schaumburgs: Was vom Rodenberger Wasserschloss übrig blieb

Erst Ständesitz, dann katholische Kirche und schließlich Museum

Rodenberg (dtü/mld). Rodenberg, das mag man als Bewohner des Schaumburger Südkreises wohl denken, ist eine Stadt irgendwo in der Nähe der A 2. Die Mühle ist vielleicht noch bekannt. Aber das Wasserschloss?

veröffentlicht am 11.06.2011 um 00:00 Uhr

Tatsächlich war die Gegend um das heutige Rodenberg bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Die Vorzüge des Standorts, seine geografische Lage sowie die Anlage der Burg, waren Anziehungspunkte für die Menschen. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte bereits im Jahr 930. Es wird von einem Schaumburger Grafen berichtet, der in Rodenberg einen Wehrturm oder eine Burg bauen ließ. Genaueres ist darüber allerdings nicht bekannt.

Im Jahr 1615 bekam Rodenberg dann das Stadtrecht von Graf Ernst zu Holstein-Schaumburg verliehen.

Doch woher kommt der Name Rodenberg überhaupt? Als Rodenberger lernt man oft, dass die Bedeutung des Namens von der Rodung des Hügels im westlichen Teil der Stadt stammt. Der Name hat allerdings einen anderen Ursprung: Er stammt nicht von der Rodung des Hügels, der für die Stadt auch heute noch charakteristisch ist, sondern von der Färbung des Berges bei Sonnenuntergang. Dann bekommt der Berg eine rote Farbe, wurde als „roter Berg“ bekannt – und diese Eigenschaft der dortigen Ortschaft wandelte sich im Lauf der Zeit zum Namen „Rodenberg“. Die heutige Schreibweise des Namens wurde übrigens im Jahre 1632 festgelegt. Vorher wandelte sich der Ortsname des Öfteren: Im Jahr 1317 wurde die Stadt zum Beispiel als „in castro Rodenberghe“ bezeichnet, was so viel wie „die Festung Rodenberg“ heißt.

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Wie es früher aussah, zeigt das kleine Bild aus dem Archiv des „Hotel Stockholm“. Foto/Repro: Schaumburger LandTourismusmarketing/Hotel Stockholm

Rodenberg hatte einst ein Wasserschloss. Graf Adolf IV von Schaumburg ließ es in der Zeit zwischen 1228 und 1240 erbauen. Die heutigen Rodenberger haben vom damaligen Prachtbau allerdings nicht mehr viel: Am 5. November 1859 gab es einen großen Stadtbrand, dem auch das Wasserschloss zum Opfer fiel.

Einen Großteil der Steine des abgebrannten Wasserschlosses aber hat man für den Bau von anderen Gebäuden benutzt wie zum Beispiel für die Domäne und auch für weitere andere Gebäude in Bad Nenndorf.

Vom Wasserschloss ist das Ständehaus erhalten geblieben, in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist. Ursprünglich als zweigeschossiger Saalbau errichtet, diente es bis 1640 den Schaumburger Landständen als Versammlungsort. Über die Jahre wurde das Ständehaus unterschiedlich benutzt. Von 1950 bis 1975 zum Beispiel war der Bau als katholische Kirche „Mariä Himmelfahrt“ geweiht.

Schließlich eröffnete der Heimatbund Rodenberg im Jahr 1981 das Heimatmuseum, das unter anderem eine umfangreiche Ausstellung über die Schaumburger Tracht beherbergt. Im angeschlossenen Freilichtmuseum lassen sich außerdem die Überreste der Burganlage besichtigen. In der Zeit zwischen 2000 und 2004 wurden die Anlagen teilrestauriert. Sie sind ganzjährig begehbar.

Sie kennen auch kleine Rätsel Schaumburgs oder haben sich schon immer über eine Begebenheit in der Schaumburger Region gewundert? Schreiben Sie uns: sz-redaktion@schaumburger-zeitung.de oder rufen Sie an unter (0 57 51) 4000-526.



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