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Mit dem Einzug der E-Book-Reader müssen auch die Buchverlage digitaler werden

Ende der Schonzeit

Während die Zeitungsbranche schon seit einem knappen Jahrzehnt versucht, sich den Herausforderungen des digitalen Zeitalters zu stellen, blieben die Buchverlage bis vor Kurzem verschont. Mit dem Einzug der E-Book-Reader, kleinen, sehr leichten Computern, ist mit der Schonzeit aber auch hier Schluss.

veröffentlicht am 02.11.2013 um 00:00 Uhr

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Anders als die Bildschirme von Mobiltelefonen, Tablet-PC oder Computermonitoren lassen sich die Bildschirme von E-Book-Readern auch in grellem Sonnenlicht lesen. Hier gilt: Je heller das Licht, desto besser der Kontrast. Ein unschlagbarer Vorteil gegenüber allen anderen digitalen Helferlein, die wir so mit uns herumschleppen.

Die Preise der Geräte machen den Umstieg auf das digitale Lesemedium nicht schwer. Je nach Ausstattung und Technik gibt es Einsteigergeräte ab 30 Euro. Die Mittelklasse beginnt bereits bei rund 50 Euro. Die Vorteile sind schnell ausgemacht. Vor einer Urlaubsreise muss man sich im knappen Gepäck nicht für ein bestimmtes oder gegen ein zweites Buch entscheiden. Jeder E-Book-Reader hat Speicherplatz für Hunderte von Romanen, Thrillern oder Sachbüchern. Einige Geräte können mit einer zusätzlichen Speicherkarte ausgestattet werden, die Platz für Büchermengen bieten, die man weder in einem Urlaub noch innerhalb eines ganzen Lebens lesen kann. Ein weiterer großer Vorteil: Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und sogar die Ränder lassen sich nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen. Das erspart vielen Nutzern die Lesebrillen und macht das Lesen noch angenehmer. Wer bei einem Wort nicht weiterweiß, drückt einfach darauf und erhält sofort eine Erklärung aus dem eingebauten Wörterbuch. Auch lassen sich bei vielen Geräten Textteile markieren und kommentieren, was die E-Book-Reader auch für wissenschaftliches Arbeiten mit dem nötigen Rüstzeug ausstattet.

Über W-LAN lassen sich in den jeweiligen Bücherläden der Herstellerfirmen alle Bücher der gängigen Verlage kaufen, meist ein paar Euro günstiger als für die entsprechende gedruckte Ausgabe.

Am Puls der Zeit: Sämtliche Titel der CW Niemeyer Buchverlage gibt es auch als E-Book. Archiv

Um den Anschluss nicht zu verpassen, haben auch die CW Niemeyer Druckverlage gehandelt und stellen sich den großen Aufgaben, die mit dem Einzug des E-Book einhergehen. „Wir bieten alle unsere Romane sowohl als Printausgabe als auch in digitaler Form an“, erklärt Geschäftsführer Carsten Holzendorff. Die insgesamt 52 verschiedenen Bücher werden über eine zentrale Plattform an alle großen Online-Buchhandlungen weiterverteilt.

So können diese unter anderem bei Apple, Amazon, Thalia, book.de und anderen heruntergeladen werden. Die Gewinnmargen für die Onlineplattformen seien zwar teils hoch, aber ein verkauftes Exemplar mit finanziellen Zugeständnissen sei immer noch besser als kein Verkauf. Außerdem sei dies zu verschmerzen, weil keine Druckkosten zu kompensieren seien. Technisch trennen sich die digitale und die gedruckte Ausgabe erst kurz vor der Druckerei. „Eine Firma übernimmt für uns den Job, die Bücher in die typischen digitalen Formate zu speichern. Dann stellen wir die Bücher in die digitalen Kaufhäuser ein.“ Die Digitalversionen der CW Niemeyer Buchverlage liegen aktuell immer 2 Euro unter den Preisen einer gedruckten Ausgabe.

Noch stecken die Erlöse aus dem digitalen Verkauf aber in den Kinderschuhen. Gerade einmal fünf bis acht Prozent des Gesamtumsatzes weist die aktuelle Bilanz für Digitales aus.



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