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Hauptschülerin überzeugte beim Azubi-Speed-Dating – und arbeitet nun fest in einer Bäckerei

Eine Chance: Volltreffer

Hameln. Am Ende hat sie sich selbst überrascht: Ronahe Bekler ist glücklich. Sie hat sich bewiesen, dass sie es schaffen kann. Jetzt hat sie einen erweiterten Realschulabschluss in der Tasche – „Gott sei Dank“, wie die 20-Jährige sagt, und dazu einen Übernahmevertrag als „Bäckereifachverkäuferin im Lebensmittelhandel“, wie sie sich jetzt stolz nennen darf.

veröffentlicht am 22.07.2015 um 06:00 Uhr

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Dabei hatte alles gar nicht so einfach begonnen. Mit einer fünf in Mathe, da hätte Bekler im Bewerbungsverfahren eigentlich keine Chance gehabt, wie ihr Chef, Thomas Wegener, damals zugab. Aber er ließ sich auf ein sogenanntes Speed-Dating für Azubi-Bewerber ein – bei dem Bewerber mit ihrem persönlichen Auftreten punkten können. Es war Beklers erstes Treffen mit einem möglichen Arbeitgeber – und Wegener fand die damals 17-Jährige überzeugend. Freundlichkeit, gute Bewerbungsunterlagen und – schlicht – Ehrlichkeit waren das Erfolgsrezept der jungen Frau. Denn die fünf in Mathe, die gab sie gleich unumwunden zu. „Sie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Bäckerei-Teams geworden“, sagt Wegener, und er sei „hellauf zufrieden“ mit ihr. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, ihr eine Chance zu geben. Auch wenn er sonst eigentlich immer Realschüler vorgezogen hätte, wie er zugibt. Doch Talent und den starken Willen, ein Ziel zu erreichen, lassen sich eben nicht immer in den Schulnoten ablesen.

Doch um zu diesem Happy-End zu kommen, war auch eine Menge Fleiß und Einsatz nötig. Sowohl von Bekler selbst als auch von der Bäckerei. Nicht immer war es einfach während der Ausbildungszeit. „Ich habe viel Unterstützung vom Betrieb bekommen“, sagt sie dankbar – in dem Bewusstsein, dass andere in ihrer Situation nicht das gleiche Glück haben. Auch die Elisabeth-Selbert-Schule habe sie sehr gefördert.

Die erste Etappe für die junge Frau ist nun also geschafft. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein, Bekler hat durchaus weitere Pläne für die Zukunft. „Ich kann mir schon vorstellen, noch einmal einen neuen Bereich kennenzulernen“, sagt sie. Wenn der richtige Zeitpunkt da ist, sei sie offen für etwas Neues, um mehr Abwechselung in den Berufsalltag zu bekommen. Jetzt aber unterstützt sie erst einmal ihr Kollegen in der Bäckerei-Filiale.

Im Dezember 2012 berichtete die Dewezet über die Hauptschülerin Ronahe Bekler, die mit ihrem persönlichen Auftreten überzeugte. Sie hat ihre Chance genutzt.Wal



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