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Elf Angestellte haben wieder Arbeit / „Einzelhandel kein leichter Arbeitsmarkt“

Ein Jahr nach dem Schlecker-Aus

Landkreis (vin). Die Schlecker-Pleite vor einem Jahr hat im Landkreis Schaumburg 25 Frauen den Job gekostet. Elf der ehemaligen Drogerie-Angestellten haben mittlerweile einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

veröffentlicht am 06.02.2013 um 00:00 Uhr

Cornelia Kurth, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Stadthagen, ist zufrieden mit der Entwicklung. Besonders auch in Anbetracht der Tatsache, dass 13 der ehemaligen Schlecker-Beschäftigten wegen der Kündigungsfrist erst Ende vergangenen Jahres arbeitslos wurden. Die Expertin spricht von zwei Kündigungswellen.

Die Erste erfolgte vor einem Jahr und betraf zwölf Verkäuferinnen. „Davon sind acht wieder in Arbeit“, sagt Kurth. Mit der zweiten Welle Ende des Jahres wurden 13 Schlecker-Frauen arbeitslos. Davon hätten drei bereits einen neuen Job gefunden.

„Für einige ist es gut gelaufen. Der Einzelhandel ist kein leichter Arbeitsmarkt“, resümiert Cornelia Kurth. Die Frauen seien „alle keine 20 mehr“. Das erschwere die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. „Viele wollten wieder in der Drogeriebranche unterkommen. Aber Rossmann und DM können ja nun mal nicht alle übernehmen“, schildert die Expertin die Problematik.

Diese Schlecker-Filiale im Gerberhof in Stadthagen steht derzeit noch leer. Foto: rg

Einige seien jedoch sehr flexibel gewesen und hätten sich anderweitig orientiert. Eine weitere Schwierigkeit sei die Mobilität. „Wenn man auf dem Land wohnt und im Einzelhandel unterkommen möchte, ist bei den Arbeitszeiten ein Auto schon fast Pflicht.“ Aber auch bei den noch zu vermittelnden Schlecker-Frauen ist Kurth optimistisch. Derzeit würden sie sich bei Maßnahmen der Arbeitsagentur weiterbilden und Praktika machen.

Während der Überblick bei den ehemaligen Angestellten unkompliziert zu bekommen ist, sieht das bei den ehemaligen Schlecker-Filialen anders aus. Davon gab es nach Angaben von Ordnungsamtsmitarbeiter Uwe Scholz 21 im Landkreis. „Was aber im Einzelnen mit den Immobilien geschehen ist in dem einen Jahr, kann ich nicht sagen.“

Manch eine Filiale ist bereits wieder vermietet, zum Beispiel die in Bad Nenndorf. Dort hat der Textilfilialist Kik ein weiteres Geschäft eröffnet. Doch nicht überall im Landkreis werden Nachmieter gefunden.

Ein Problem in der Vermarktung der Immobilien sei häufig die Randlage der ehemaligen Schlecker-Filialen. Carsten Winkelhake, Inhaber des gleichnamigen Maklerbüros in Stadthagen, weiß, dass der Drogist Nebenkernlagen bevorzugt hat – raus aus der Innenstadt, hin in Gewerbegebiete. „Das macht die Nachmietersuche umso schwieriger. Die Einzelhändler wollen Räume in Stadtlage, am liebsten auf dem Marktplatz. Randlage ist in dem Bereich kaum gefragt.“

Ein weiteres Problem sei der Zuschnitt der leer stehenden Filialen. Seit drei Jahren versucht die Firma Winkelhake Immobilien, das alte Schlecker-Geschäft an der Klosterstraße in Stadthagen zu vermieten. Ohne Erfolg. Winkelhake: „Der Laden ist klein und dunkel. Das Schaufenster ist nicht groß, und der Eingang ist nur über ein paar Stufen zu erreichen. Das erschwert die Suche nach einem Nachmieter.“



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