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In der Reihe „Kino für Kenner“: Die Wohlfühl-Komödie „Kiss the Cook“ mit Jon Favreau

Ein Film zum Anbeißen

Carl Casper (Jon Favreau, der auch Regie führte) ist Koch. Nicht irgendeiner. In einem der schicksten Restaurants von Los Angeles zaubert er die schmackhaftesten Gerichte auf den Tisch – sehr zum Unwillen seines Chefs (Dustin Hoffman in einer kleinen Nebenrolle), der es lieber unkomplizierter, risikoloser und preiswerter in der Zubereitung mag. Als der Miesepeter seinem Koch auch noch verwehrt, einen wichtigen Kritiker mit einem ausgefallenen und ausgefeilten Menü zu beeindrucken, wirft Carl die Bocken hin.

veröffentlicht am 20.08.2015 um 06:00 Uhr

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Er fliegt zurück in seine Heimat, nach Miami, kauft einen abgetakelten, verrosteten Food Truck und macht ihn wieder flott. Zusammen mit seinem Soßenmeister Martin (John Leguizamo) und seinem Sohn Percy (Emjay Anthony), den er nach der Scheidung von seiner Frau viel zu sehr vernachlässigt hatte, macht Carl sich auf die Reise quer durch die USA, mit leckeren Cubano Sandwiches und anderen erschwinglichen Snacks im Angebot. Der Sohnemann verbreitet die gute Nachricht über Twitter, Carls mobile Fastfood-Bude wird zum vollen Erfolg. Und irgendwann steigt sogar seine Ex Inez (Sofia Vergara) zu – und die Familie wächst wieder zusammen.

Food Trucks sind nicht nur in Amerika der große Renner, sondern mittlerweile auch in den Großstädten Deutschlands. Sie bedeuten eine Rückbesinnung auf die örtliche, einfache Küche, die zu den Leuten kommt, die sich jeder leisten kann. Es geht in diesem Film also auch um Kritik an exklusiven Restaurants, die mit teurer Haute Cuisine nur ein elitäres Publikum ansprechen, um arrogante Restaurant-Kritiker, die das Geschäft bestimmen, um die viele Arbeit, die ein Privatleben nicht mehr zulässt.

Favreau, der zuvor Blockbusterkino wie „Iron Man“ und „Cowboys & Aliens“ inszenierte, glättet die Kanten seines Films zu einem unterhaltsamen Road Movie, bei dem sich alle Probleme am Ende in Luft auflösen. Man mag das konventionell finden, vielleicht auch zu publikumsfreundlich. Doch weil die Figuren so stimmig sind, der Humor so leise und schlagfertig, die Spontaneität so überzeugend und das Temperament so urwüchsig, will man Favreau nicht weiter böse sein. Von den leckeren Sandwiches, die hier so liebvoll zubereitet werden, ganz abgesehen.

Das Hamelner Maxx-Kino zeigt „Kiss the Cook“ in der Reihe „Kino für Kenner“ am Sonntag, 23. August, um 17.40 Uhr, und am Montag, 24. August, um 20.20 Uhr.



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