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„Straight Outta Compton“ erzählt die Geschichte der Rap-Crew N.W.A

Die Wiederentdeckung des Gangsta-Rap

Hameln. Nichts wie ’raus aus Compton“– so könnte man den Filmtitel in seiner Saloppheit adäquat übersetzen. Denn Compton ist ein Stadtteil von Los Angeles, in dem Gewalt, Drogen und Rassismus den Alltag der jungen Schwarzen bestimmen. Hip-Hop-Fans wissen darum Bescheid: „Straight Outta Compton“ heißt das epochemachende Album, das die fünfköpfige Gruppe N.W.A, Abkürzung für „Niggaz with Attitude“, 1989 auf den Markt brachte.

veröffentlicht am 27.08.2015 um 06:00 Uhr

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Dabei konzentriert sich Regisseur F. Gary Gray („The Italian Job – Jagd auf Millionen“) auf die kreativen Köpfe der Gruppe, Ice Cube (O’ Shea Jackson jr.), der für die zornigen Texte zuständig ist, Dr. Dre (Corey Hawkins), der die Beats sampelte, und Eazy-E, der als Kleinganove das Geld für die erste Platte auftrieb. Der Musikmanager Jerry Heller (Paul Giamatti) erkennt früh das Potenzial des Quintetts und verschafft ihm den Durchbruch. „Straight Outta Compton“ stürmt die Charts, die N.W.A geben umjubelte Konzerte, die wegen provokanter Songs auch die Aufmerksamkeit der Behörden erregen.

Doch mit dem Erfolg kommt die Missgunst. Es gibt Streit um Tantiemen, die Heller nicht auszahlt. Und dann wird aus der Freundschaft der drei Rapper erbitterte Konkurrenz, die auch am Mikrofon ausgetragen wird.

F. Gary Gray bettet seine authentische Geschichte gelegentlich in aktuelle Begebenheiten wie die Misshandlung von Rodney King und den sich anschließenden Unruhen in amerikanischen Großstädten ein. „Fuck tha Police“ ist darum einer der größten Hits von N.W.A.

Ein bisschen zu sehr erliegt der Regisseur der Faszination dieser Gangsta-Rapper, die am Swimmingpool rauschende „Wet and Wild“-Partys mit einer Unzahl von Bikini-Girls feiern, sich Faustkämpfe liefern oder mit Pistolen herumfuchteln. Gerade den Sexismus bringt der Film ungefiltert auf die Leinwand – Frauen spielen hier weder eine tragende Rolle noch haben sie mehr zu tun, als ihre Willigkeit zu bekunden. Ein wenig zu schlicht handelt Gray die unterschiedlichen Karrierestationen der drei Protagonisten ab – ein Ereignis reiht sich an das nächste – ohne Reflexion, ohne große Einsichten. Und doch ist der Film gelungener Ausdruck der Ungehobeltheit seiner Helden, die die Rap-Szene aufmischten und gleichzeitig die Staatsgewalt ärgerten. In Amerika wurde das Biopic zur Sommerüberraschung. Schon am ersten Kinowochenende landete der Film auf Platz 1 der US-Kinocharts und spielte mehr als 56 Millionen Dollar ein (50 Millionen Euro); fast das Doppelte der Produktionskosten. Mittlerweile sind es in den USA und Kanada rund 111 Millionen Dollar.

„Straight Outta Compton“ läuft im Maxx-Kino um 14.10, 17.05, und 20 Uhr, Freitag und Samstag auch um 23.05 Uhr.

Alles andere als eine Boygroup: (v. li.) DJ Yella (Aldis Hodge), MC Ren (Neil Brown Jr.) Dr. Dre (Corey Hawkins), Eazy-E (Jason Mitchell) und Ice Cube (O’ Shea Jackson jr.) – die „Niggaz Wit Attitude“. Sie waren es, die in den 80ern den musikalischen Protest anführten.

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