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Actionreich: „The Transporter Refueled“ trägt Luc Bessons Handschrift

Die Verfolgungsjagd kann beginnen

Hameln. Auch mehr als sechs Jahre nach „Transporter 3“ ist Frank Martin für Übeltäter in Eile noch immer der beste Fahrer, den man in Frankreich für Geld kaufen kann. Dass er diesmal nicht von Jason Statham gespielt wird, irritiert erst ein wenig, aber auch nicht weiter schlimm: Ed Skrein verfügt über genauso viel Charisma, Körperbeherrschung und sparsame Mimik – wenn auch nicht über so viel trockenen Humor. Diesmal fährt Frank Martin drei junge, attraktive Frauen zu einem Banküberfall. Alle drei tragen dieselben Kleider und dieselbe blonde Bob-Perücke, sie sind nicht voneinander zu unterscheiden. In der Bank haben sie ein Schließfach mit einem wichtigen Notizbuch geklaut. Um den Fluchtfahrer zur weiteren Mitarbeit zu erpressen, entführt das Damentrio Martins Vater. Der Grund: Sie wollen sich mit einem geschickt eingefädelten Raubzug an russischen Gangstern rächen, die sie vor zwölf Jahren – so zeigt es der Prolog – skrupellos zur Prostitution zwangen.

veröffentlicht am 03.09.2015 um 06:00 Uhr

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Auch wenn Camille Delamarre Regie führte – dies ist in erster Linie ein Film von Produzent Luc Besson, und darum geht es hier in Besson-typischer Antiintellektualität um kinetische Attraktionen, um Action satt also, mit furiosen Verfolgungsjagden, bei denen sich – eine kleine ironische Spitze auf staatliche Autoritäten – nur die Polizeiwagen überschlagen, und flinken Nahkämpfen, die Martins anachronistischer Weigerung, Waffen zu benutzen, Rechnung tragen. Einiges ist dabei durchaus neu und originell. Bei einer Schlägerei in einem beengten Archiv öffnet Skrein, einem Jackie Chan gleich, eine Schublade nach der anderen, um den Schlägen des Gegners im rechten Moment Einhalt zu gebieten. Der Ausstieg aus einem führerlos dahinrollenden Flugzeug in ein darunter fahrendes Auto hat durchaus James-Bond-Niveau. Sehr viel Sinn macht das alles nicht – die Handlung beschränkt sich darauf, an Fingerabdrücke und Passwörter der bösen Buben zu kommen, um so gewaltige Geldbeträge via Notebook oder Smartphone aufs eigene Konto zu transferieren. An der Notwendigkeit eines altmodischen Shootouts mit allen Beteiligten ändert das freilich nichts – die Strapazen sind Ed Skrein am Schluss deutlich ins Gesicht geschrieben.

„The Transporter Refueled“ läuft täglich im Maxx-Kino um 14.30, 28.30 , 20.40 Uhr, freitags und samstags auch um 22.55 Uhr.



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