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Kreishandwerkerschaft und Abgeordneter äußern Unverständnis für Pläne der EU

Deutscher Meisterbrief soll erhalten bleiben

Landkreis. Der Vorstoß der EU-Kommission den deutschen Meisterbrief abzuschaffen, stößt auf zum Teil heftige Kritik. „Es reicht mittlerweile“, echauffiert sich Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Die Kommission hatte den Plan damit begründet, dass der Meisterbrief ein Hemmnis für den Binnenmarkt darstellen könne. „Wir stellen doch auch nicht das deutsche Reinheitsgebot der Brauer infrage, weil es so geschätzt wird“, zieht er einen Vergleich.

veröffentlicht am 22.12.2014 um 00:00 Uhr

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Kein Verständnis

für einen solchen Vorstoß

Pape hält die Argumentation seitens der EU-Vertreter jedoch für aus der Luft gegriffen. „Da wird von Brüssel etwas infrage gestellt, das für Qualität sorgt“, erklärt er. Zudem trage der hohe Ausbildungsstandard maßgeblich zur Stabilität der Betriebe bei. „Die Bürokraten in Brüssel sollen sich auf ihre originäre Arbeit konzentrieren.“ Ihm fehle jegliches Verständnis für einen solchen Vorstoß. Den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft erzürnt dabei nicht nur das Vorhaben zur Abschaffung des Meisterbriefes. „Von der EU sind mittlerweile so große bürokratische Hürden aufgestellt worden, dass sie eine ungerechtfertigte Belastung für kleine und mittelständische Betriebe sind.“

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann übt deutliche Kritik an den Plänen der Europäischen Union. Es sei nicht nachvollziehbar, „dass die EU-Kommission unser duales System als „Best Practice“-Beispiel lobt, es anderen Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit empfiehlt und gleichzeitig unseren Meisterbrief als Hemmnis für den Binnenmarkt scharf angreift“, erklärt der Parlamentarier. Aus diesem Grund unterstütze er auch eine jüngst gestartete fraktionsübergreifende Initiative zur Stärkung des Meisters als Berufsabschluss.

Die hohe berufliche Qualifikation sei ein zentraler Baustein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Ohne die Fachkräfte werden wir unsere großen Zukunftsprojekte wie die Energiewende oder die Digitalisierung schlicht nicht „meistern“ können. Die duale Ausbildung und der Meisterbrief bilden in Deutschland seit Jahren eine feste Einheit“, hebt der Bundestagsabgeordnete hervor.

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Maik Beermann, CDU-Bundestagsabgeordneter: „Ohne die Fachkräfte werden wir unsere großen Zukunftsprojekte nicht meistern können.“ bes/Archiv

Zugleich will Beermann die überparteiliche Initiative als Anerkennung des Handwerks wissen: „Die Ausbildungsleistung des deutschen Handwerks ist, gemessen an der Gesamtbeschäftigtenzahl, mit acht Prozent mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft.“

Zugleich warnt der CDU-Politiker davor, dass die duale Berufsausbildung zu einer „Ausbildung zweiter Wahl verkommt“. Vielmehr müssen die Vielseitigkeit und die Karrierechancen des Abschlusses hervorgehoben werden, wie Beermann fordert.



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