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Vor 50 Jahren: Die Beatles spielen bei Decca vor – und werden abgelehnt

„Der Sound gefällt uns auch nicht“

Man kann es sich gut vorstellen, wie einer der beiden Geschäftsführer der Plattenfirma Decca nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt und beim Abendessen erzählt, wie es heute in der Firma denn so war. Also: „Da war schon wieder eine Rockgruppe, mit zwei Gitarren, vier Mann, die wollten einen Plattenvertrag. Ich habe ihnen ausführlich dargelegt, warum die Zeit der Rock- und Gitarrenmusik ein für alle Mal vorbei ist. Gitarrengruppen kommen aus der Mode. Einen Vertrag haben sie natürlich nicht bekommen.“

veröffentlicht am 16.01.2012 um 00:00 Uhr

Ob es so war? Sicher ist, dass Manager Brian Epstein den Beatles einen Vorspieltermin in London bei der Decca ermöglichte, wo die Band zu Beginn des Januars 1962 fünfzehn Stücke zum Besten gab. Aber die Decca-Geschäftsführer Mike Smith und Dick Rowe entschieden sich gegen die Band, denn, so prophezeiten sie, „Gitarrengruppen würden aus der Mode kommen“. Und den Sound dieser Beatles, den mochten die beiden Manager auch nicht.

Etwas schlauer waren dann die Parlophone-Produzenten George Martin und Ron Richards, bei denen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best im gleichen Jahr vorspielten. Eigentlich war Martin auf der Suche nach einem Solokünstler mit Begleitgruppe, etwa im Stil von Cliff Richard und The Shadows. Der Rest ist sozusagen Geschichte: Pete Best wurde bald durch Ringo Starr ersetzt, spätestens mit Sergeant Pepper galt Produzent George Martin als fünfter Beatle.

Die Beatles haben während ihrer musikalischen Karriere eine beachtliche Anzahl von Rekorden aufgestellt, obwohl sie nur über einen Zeitraum von acht Jahren Plattenaufnahmen machten.

Vier recht erfolgreiche Musiker, die ihre Spuren hinterlassen haben.

Nicht nur weit über eine Milliarde verkaufter Platten verzeichneten die Beatles im Lauf der Jahrzehnte, sondern auch ein paar weitere Rekorde wurden von ihnen aufgestellt.

Die Beatles hatten mehr Nummer-1-Singles in den Charts als alle anderen Gruppen oder Sänger (22 in den USA, 23 in Australien, 23 in den Niederlanden, 22 in Kanada, 21 in Norwegen, 18 in Schweden, 12 in Deutschland).

Die Beatles hatten mehr Nummer-1-Alben als andere Einzelkünstler und Gruppen (19 in den USA und 15 in Großbritannien).

Die Beatles verbrachten die meisten gezählten Wochen auf Platz 1 in den Album-Charts (132 in den USA und 174 in Großbritannien).

Lennon und McCartney sind die bisher erfolgreichsten Komponisten der Pop-Geschichte mit 28 Nummer-1-Singles in den USA für McCartney und 21 für Lennon (19 Titel wurden gemeinsam geschrieben). Lennon war verantwortlich für 21 Nummer-1-Singles in Großbritannien, und McCartney hatte dort 23 Erfolge (18 Titel wurden gemeinsam geschrieben).

Während der ersten Aprilwoche 1964 hielten die Beatles die ersten fünf Plätze der Billboard Hot 100: Can’t Buy Me Love, Twist and Shout, She Loves You, I Want to Hold Your Hand und Please Please Me. Und noch ein außergewöhnlicher Rekord: 14 Beatles-Singles waren in den ersten 100 US-Chart. Zeitweilig waren 60 Prozent aller Singleverkäufe von den Beatles.

Seit 1970 haben sie auch einen Oscar in ihren Regalen stehen, den es für die beste Filmmusik für „Let it be“ gab. Überreicht wurde er Paul McCartney, man glaubt es kaum, von John Wayne.

Und Brian Poole? Tingelt ab und an mit den Tremeloes über die Lande und singt die alten Hits aus den sechziger Jahren.

Was dies mit den Beatles zu tun hat? Nun, Brian Poole & The Tremeloes erhielten im Januar vor 50 Jahren statt der Beatles bei Decca den begehrten Vertrag.

Weil die Zeit der Gitarrenband ja vorüber war. rnk



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