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Zwei Waschbecken, fließend warmes und kaltes Wasser – ein Hauch von Luxus

Das war mal Rintelns erste Adresse

Rinteln (who). Als sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Rintelner Nordstadt entwickelte mit ihren Industriebetrieben sowie neuen Wohngebieten mit repräsentativen Bürgerhäusern und dem Arbeiterviertel um die Glashütte, da entstanden auch Gastronomiebetriebe und Hotels. Darunter das Hotel Deutsches Haus an der Ecke Breite Straße/Friedrich-Wilhelm-Ande-Platz.

veröffentlicht am 31.12.2011 um 00:00 Uhr

Ob es, gemessen an aktuellen Standards, heute noch Sterne als Gütezeichen bekommen würde, sei dahingestellt, damals jedenfalls galt das Deutsche Haus lange Zeit als erste (Übernachtungs-)Adresse am Platz.

Alte Postkartenansichten im Rintelner Museum Eulenburg zeigen, wie sich das Gesicht des Hotels im Laufe seines vergleichsweise kurzen Lebens verändert hat. Der ursprüngliche Winkelbau (zu sehen auf der ältesten Postkarte) aus rotem Ziegelstein mit Eck-Eingang zur Breiten Straße und Biergarten hinter dem Haus dürfte zwischen 1850 und 1870 entstanden sein. Eine Postkarte jüngeren Datums (geschätzt aus den 30er Jahren) zeigt das Hotel aufgestockt, mit verlängerten Flügeln und verputzt, so wie es im Wesentlichen bis zu seinem Ende vor dem Großbrand im Jahr 1974 äußerlich ausgesehen hat.

Innen hatte das Deutsche Haus in seiner Glanzzeit aber schon einiges zu bieten, ist zu sehen. Denn mit dem Ausbau dürfte es mit den abgebildeten doppelten Waschbecken mit fließendem kaltem und warmem Wasser in den Zimmern ausgestattet worden sein. Und auch der für damalige Rintelner Verhältnisse großzügige Gesellschaftsraum zeigt einen Hauch von Kleinstadt-Luxus. Der Zweite Weltkrieg unterbrach zwischendrin den Hotelbetrieb. Denn von 1943 bis zum Kriegsende 1945 diente das Deutsche Haus als Lazarett und anschließend bis 1949 als Flüchtlingsunterkunft. Immerhin konnte in diesem Jahr der Restaurationsbetrieb wieder aufgenommen werden und ab 1951 war es auch wieder Hotel, bis 1971 die frühere Privatschule Jäger Studierende in den Zimmern unterbrachte.

Der Brand am 27. März 1974 der Abriss der Ruine im Jahr 1975 beendete unwiderruflich die Geschichte das Deutschen Hauses. Heute steht an seinem Platz die große Nordstadt-Filiale der Sparkasse Schaumburg.



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