weather-image
21°
×

Noch nicht alle Elemente des Projekts „Lebendige Wendenstraße“ von 2008 umgesetzt

Das Licht stimmt – bald folgt die „Werbe-Ratte“

Hameln (ww). Die Aussicht auf Fördermittel in Höhe von 20 130 Euro ließ die Geschäftsleute und Gewerbetreibenden in der Hamelner Wendenstraße im Sommer 2008 aus allen Wolken fallen: Ohne großes Aufsehen hatte die Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung und Planung der Stadt Hameln, Michaela Klank, einen neunseitigen „Verschönerungskatalog“ für die Altstadtgasse bei einem Wettbewerb der Quartiersinitiative Niedersachsen (QiN) eingereicht – den diese ohne Wenn und Aber bewilligte.

veröffentlicht am 23.01.2013 um 06:00 Uhr

Eine Million Euro hatte der Niedersächsische Landtag im Jahr 2007 für die Belebung der Innenstädte bereitgestellt. Ein lebendiger Ortskern, hieß es in der Auslobung, steigere nicht nur die Lebensqualität und wirke identitätsstiftend, er biete zudem ein attraktives kulturelles Angebot und einen bunten, ausgewogenen Mix von Läden, Geschäften, Dienstleistungsunternehmen und Handwerksbetrieben. Die Realität allerdings sehe in vielen deutschen Städten eher nach Leerstand aus, nach Filialisierung und Uniformierung. Es drohe eine regelrechte Verödung. Damit die Wendenstraße, eine der schönsten historischen Gassen Hamelns, nicht das gleiche Schicksal ereile, bot die QiN an, 20 130 des mit 50 325 Euro veranschlagten Projektes zu übernehmen – unter der Voraussetzung, dass sich sowohl die Stadt Hameln als auch die Anlieger mit 18 570 beziehungsweise 11 625 Euro beteiligen.

„Die Hauseigentümer mussten ziemlich tief in die Tasche greifen“, erinnert sich Günther Meyer, Inhaber der Goldschmiede „Galerie Unique“. Aber der finanzielle Aufwand habe sich gelohnt: Wie geplant wurde in der Wendenstraße eine Beleuchtungsanlage installiert, die – so hieß es im Maßnahmenkatalog – „der besonderen Atmosphäre dieser Altstadtgasse gerecht wird“. „Das war für uns Anlieger ein riesiger Schritt nach vorne“, berichtet Meyer, „gerade im Winter, an Tagen, an denen es gar nicht richtig hell wurde, war die Straße vorher sehr düster und wenig einladend.“ Die „Galerie Unique“, das Bürgerhus, in dem sich das „Kartoffelhaus“ befindet, sowie das Lückingsche Haus in der Wendenstraße 8 werden nun stimmungsvoll angestrahlt.

Die übrigen Punkte auf der „To-do-Liste“ für eine lebendige Wendenstraße allerdings waren nicht so schnell umzusetzen, hängen sie doch an dem Zeitplan für die Sanierung der Fußgängerzone. „Die Umgestaltung der Schaufenster- und Werbeschildbeleuchtung war so, wie sie geplant war, nicht nötig – die war sowieso schon vorhanden“, erklärt Goldschmied Meyer. Die Werbestele aber, die Passanten in der Bäckerstraße auf Geschäfte in der angrenzenden Wendenstraße hinweisen soll, existiert bereits. „Die Werbetafel in Form einer Ratte wartet zur Zeit im ,Hobbyhaus‘ auf ihren Einsatz“, erklärt Meyer. Die Werbegemeinschaft Wendenstraße habe sich viel Mühe gegeben, die Schaukästen einzubauen und die Ratte mit einem goldenen Rand zu versehen. Tagsüber soll die Werbe-Ratte vor der Löwen-Apotheke aufgestellt werden. Meyer: „Dafür fehlt in der frisch sanierten Bäckerstraße aber noch eine Verankerung im Boden. Sobald diese vorhanden ist, kommt unsere Ratte zum Einsatz.“

Noch im Juli 2008 existierte das Konzept nur auf dem Papier.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige