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Altes Domeierhaus bleibt Sanierungsfall – Geld für den Hauskauf wurde niemals überwiesen

Aus der Traum vom Altstadt-Eigenheim

Hameln. Das war wohl nichts! Mit dem Brustton der Überzeugung, und etwas zu viel Optimismus hatte der 19-jährige Remo Popp im März erklärt, das alte Domeierhaus in der Neuen Marktstraße gekauft zu haben und es nun renovieren zu wollen. Er behauptete damals, dass der Hauskauf bereits perfekt sei und er nun Sponsoren für die Umbauten suche. Den Umbau wollte er weitestgehend in Eigenregie durchführen. Eine Wohnung wolle er bis zum Ende des Jahres bewohnbar machen. Auch für den kleinen Laden im Erdgeschoss hatte Popp schon Pläne. Hier sollte ein Bring-Service für Fast Food einziehen – betrieben von ihm selbst. Zusammen mit einem Freund wollte er dort außerdem einen Internet-Radiosender unterbringen. Bereits wenige Wochen später war allerdings Schluss mit den hochtrabenden Plänen, denn: Remo Popp, der für das Haus eine Summe von rund 50 000 Euro zahlen sollte, kam seiner Schuldnerpflicht nicht nach. Er zahlte keinen Cent an den Voreigentümer. Damit war die Vereinbarung über den Hauskauf hinfällig. Es dauerte nach dem gescheiterten Verkauf nicht lange, bis der „neue-alte“ Eigentümer dem 19-Jährigen den Zutritt zum Haus verwehrte. Er tauschte die Schlösser aus und verklebte sämtliche Fugen von Fenstern und Türen mit Klebeband. Auch die Fenster überzog er mit blauen Klebestreifen, um ein etwaiges Einschlagen gut sichtbar zu machen.

veröffentlicht am 07.09.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.09.2011 um 15:33 Uhr

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Für Hamelner, die an dem stark verfallenen Haus vorbeigehen, hat sich trotz des Hin und Hers um das Gebäude nichts verändert. Die Plakate mit der Aufschrift „Umbauarbeiten“ sind wieder verschwunden. Der muffige Geruch alter Balken und feuchter Räume wabert nach wie vor aus den Löchern in der Fassade. Wenig ansehnlich sind nach wie vor auch die Ansammlungen von Blättern, alten Zeitschriften und Müll, die der Wind in den Eigangsbereich des Hauses weht. Wie es mit dem Haus weitergehen soll, ist noch unklar.

Die Stadt Hameln hat weiter ein Auge auf das marode Gebäude. Die Sicherungspflicht liege allerdings beim Eigentümer, erklärt Thomas Wahmes, Sprecher der Stadt Hameln. Sollte die Stadt zum Handeln gezwungen werden, weil Einsturz droht oder Gefahr für Leib und Leben bestehe, wird die Rechnung später an den Eigentümer geschickt, sagt Wahmes.

Mit seinen Umbauplänen hat sich ein 19-jähriger Hamelner ziemlich verhoben.

Montage: Dana



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