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Klinikum: Standpunkt gegen Standpunkt / Bürgerinitiative sieht sich bestätigt

„Aufeinanderzugehen sehe ich nicht“

Landkreis (ll). In der Debatte um den Neubau des Großklinikums Schaumburg im Obernkirchener Ortsteil Vehlen sind die Fronten weiterhin verhärtet. Dem Gutachten der Bürgerinitiative gegen den Bau in Vehlen konterten die Planer mit einem Gegengutachten (wir berichteten). Der von dem Münsteraner Professor Martin Beckmann attestierten Rechtswidrigkeit der Planungen für Vehlen entkräfteten die Anwälte der Betreibergesellschaft ihrerseits mit der Aussage, dass die Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Obernkirchen rechtmäßig ist, damit eine „ausreichende Grundlage für die Aufstellung des Bebauungsplans“ gegeben ist.

veröffentlicht am 28.12.2011 um 00:00 Uhr

Es steht Standpunkt gegen Standpunkt – das sieht auch Thomas Knickmeier von der Bürgerinitiative so. „Es war zu erwarten, dass auf unser Gutachten ein Gegengutachten folgt“, sagt er. Seitdem herrscht Stillstand in der Auseinandersetzung dem richtigen oder falschen Standort. „Ein wirklicher Dialog ist nie zustande gekommen“, meint Knickmeier, „und ein Aufeinanderzugehen sehe ich im Moment nicht.“

Obwohl sich die Bürgerinitiative mit ihrem in Auftrag gegebenen Gutachten bestätigt sieht, wird laut Knickmeier derzeit aber keine Klage gegen den Neubau in Vehlen vorbereitet. „Es ist etwas ruhiger geworden“, meint Knickmeier. Gleichwohl werde die Initiative weiter „am Ball bleiben“, die aktuelle Entwicklung im Zuge der möglichen Übernahme des Klinikbetreibers Pro Diako durch die Agaplesion gAG genau beobachten. „Mit den finanziellen Entwicklungen hat sich auch das bestätigt, was wir schon lange vermutet haben“, so Knickmeier.

Davon unabhängig gelte es weiterhin, den Standort Vehlen für das Großprojekt zu verhindern. „Die Dörfer sollen Dörfer bleiben“, sagt Knickmeier.

Der BI-Sprecher betont aber: „Das Gesamtklinikum als solches ist nicht das Problem.“ Die Notwendigkeit die drei Krankenhäuser im Landkreis Schaumburg zu einem großen Klinikum zusammenzulegen leuchte ihm ein. Doch durch das eigene Gutachten sei auch klar geworden, dass zumindest ein alternativer Standort in Obernkirchen nicht infrage kommen kann. Für Thomas Knickmeier persönlich wäre eine Erweiterung am bestehenden Standort in Stadthagen der „vernünftigste Weg“. Dort seien durchaus Flächenreserven vorhanden, sagt er.

Im Bild ein Modell des geplanten Gesamtklinikums Schaumburg, das im Obernkirchener Ortsteil Vehlen neu gebaut werden soll. Derzeit stehen sich zwei unterschiedliche Gutachten gegenüber. Foto: tol



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