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Dierk Queren gibt Vorhaben, eine Mini-Windkraftanlage auf seinem Hausdach zu installieren, auf

An der Bürokratie gescheitert

Groß Berkel. Mithilfe von Windkraft sollte sie Strom für den Eigenbedarf produzieren, doch stattdessen scheiterte sie an bürokratischem „Gegenwind“. Dierk Queren aus Groß Berkel hat sein Vorhaben, eine Mini-Windkraftanlage auf seinem Haus in Groß Berkel aufzubauen, bis auf weiteres ad acta gelegt.

veröffentlicht am 27.02.2013 um 06:00 Uhr

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Mit einem Rotordurchmesser von 1,2 bis 1,6 Metern wäre sie nicht viel größer gewesen als eine Satellitenschüssel, die in maximal zehn Metern Höhe über dem Hausdach angebracht worden wäre. In Niedersachsen nicht unmöglich, glaubte Dierk Queren, kannte er doch im Kreis Lüneburg eine vergleichbare Anlage. Seine Nachbarn in dem Wohngebiet in Groß Berkel hätten bereits ihr Einverständnis erklärt, als er für die Windkraftanlage im Miniaturformat eine Bauvoranfrage beim Landkreis stellte.

Doch er bekam eine Absage: „Durch die auch über Grundstücksgrenzen hinaus wahrnehmbaren Drehbewegungen der Kleinwindanlagen gehen optische und akustische Reize aus, die in einem Wohngebiet aufgrund des hohen Schutzanspruchs der Bewohner zu Spannungen führen“, argumentierte

der Landkreis vor zwei Jahren. Ein Argument, das Queren damals wie heute nicht nachvollziehen kann. Neun Meter sei die Anlage vom Nachbargrundstück entfernt, ein baugleiches Windrad werde im Landkreis Lüneburg – sogar mit weniger Abstand – bereits betrieben. Er wandte sich an immer höhere Instanzen bis hin zum Landkreis. Ohne Erfolg. Schriftlich erkundigte er sich bei den Fraktionen im niedersächsischen Landtag, welche Möglichkeiten es gäbe, die Genehmigung für die Anlage zu bekommen. Und wurde darauf vertröstet, dass die rechtlichen Bestimmungen für Mini-Windkraftanlagen eventuell in das niedersächsische Gesetz bezüglich Windkraftanlagen mit aufgenommen würden. Ende des Jahres 2012 erfolgte die Novellierung des Gesetzes, doch gesonderte Regelungen für die Mini-Windkraftanlagen blieben außen vor. Von Bundesland zu Bundesland sind die Genehmigungsverfahren für Kleinwindkraftanlagen unterschiedlich. Nicht einmal eine einheitliche Definition der Anlagen gibt es. So wird im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zwischen Klein- und Großwindkraftanlagen nicht unterschieden. In Niedersachsen gelten bislang für die Miniaturformate ähnlich hohe Hürden wie für die großen Windkraftanlagen. Als allgemeingültige Regelung geben die Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg nur an: „Kleinwindkraftanlagen sind nach der Niedersächsischen Bauordnung baugenehmigungspflichtig.“ In der Praxis bedeutet dies, jeder Einzelfall ist zu prüfen.

„Ich hätte auf eigene Kosten klagen können“, sagt Dierk Queren. Doch das sei ihm zu riskant gewesen. Also habe er das Projekt erst einmal aufgegeben. Sollte sich jedoch an der Gesetzeslage etwas ändern und das niedersächsische Baurecht die Anlagen erlauben, werde er das Windrad sicherlich aufstellen, um seinen eigenen Strom zu erzeugen.

Der Artikel über die geplante Mini-Windkraftanlage ist am 21. April 2011 erschienen.Archiv



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