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Bilanz nach einem Jahr: Wohnungsgenossenschaft nicht ganz zufrieden mit Müllunternehmen

Ab in die Tonne

Hameln. Heinz Brockmann sieht es eigentlich ganz gelassen, er kann schließlich nur gewinnen. Brockmann, Chef der Wohnungsgenossenschaft Hameln (WGH), kooperiert seit gut einem Jahr mit der Kieler Firma Innotec. Ziel der Zusammenarbeit: Innotec hat einen Blick auf den Müll der Mieter, um Abfallmengen zu senken und damit Kosten zu sparen. Nach nunmehr einem Jahr scheint festzustehen, dass die Zusammenarbeit funktioniert, wenn auch nicht zur vollen Zufriedenheit Brockmanns.

veröffentlicht am 08.05.2013 um 06:00 Uhr

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„Müll trennen, aber richtig – Privatfirma hilft“ lautete im Januar 2012 die Überschrift über den Beginn der Zusammenarbeit von Wohnungsgenossenschaft und Innotec. Die Ziele waren durchaus hochgesteckt. „Wir hoffen, dass die Betriebskosten unserer Mietshäuser durch die Beratung um mindestens 30 bis 35 Prozent reduziert werden“, hatte Brockmann damals gesagt. Die Menge des Restmülls sollte nach Innotec-Angaben um rund 25 Prozent sinken. Profitieren davon sollten am Ende alle. Denn wer weniger Restmüll produziert, der kann kleinere Tonnen nutzen und spart so Gebühren. Innotec wiederum finanziert sich allein über eine Beteiligung an den erzielten Gebühreneinsparungen.

„Der WGH und ihren Mitgliedern entstehen durch unsere Arbeit keine zusätzlichen Kosten“, hatte Innotec seinerzeit verkündet. Das Gegenteil sei der Fall: „Einen Teil der Kostenersparnis geben wir an die Innotec für ihre Dienstleistung weiter, der andere Teil wird auf unsere Mieter umgelegt“, hieß es bei der Wohnungsgenossenschaft. Bei rund 800 Mietern, die damals von Innotec betreut werden sollten, hätte dies zu einer Kostenersparnis von rund 40 Euro Müllkosten pro Jahr und Wohneinheit führen sollen.

Genaue Zahlen liegen der Wohnungsgenossenschaft zwar erst in ein paar Tagen vor. Doch schon jetzt scheint sich abzuzeichnen: Innotec hat die Ziele verfehlt, wenn auch offenbar nur knapp. So schätzt WGH-Chef Brockmann, dass zum Beispiel die Menge des Restmülls nicht um ganze 25 Prozent, sondern vielleicht um 15 bis 18 Prozent gesunken sei – stets unter Vorbehalt der endgültigen Daten. Für Brockmann steht damit aber fest: „Das System hat sich bewährt. Wir werden Einsparungen haben.“ Wenn auch vielleicht nicht so viele, wie noch vor einem Jahr angepeilt. Innotec konnte sich gestern auf Anfrage nicht äußern.

Brockmann betonte auch, dass sich viele Mieter darüber freuten, dass die Plätze der Mülltonnen seit einem Jahr wesentlich sauberer seien. Dies gehört zum Vertrag mit Innotec, der auch besagt, dass die Kieler ein Auge auf Müll neben den Tonnen haben sollen.

Nur ein kleines Problem gebe es in der Zusammenarbeit mit Innotec, sagt Brockmann. Hin und wieder nehme die Firma einfach eine Tonne weg oder stelle den Mietern eine kleinere zur Verfügung, ohne dies vorher anzukündigen. Doch dieses Problem, so der Hamelner, werde er aus der Welt schaffen. „Mit einem Gespräch unter Geschäftsführern“, sagt er und lacht, ganz gelassen.

„Müll trennen, aber richtig – Firma hilft“: So lautet im Januar 2012 die Überschrift. Doch was hat sich seither getan?



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