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Vor 50 Jahren: CSU-Politiker macht Wahlkampf auf dem Steinanger

5000 Besucher hören Strauß zu

Mit dem Flugzeug ging es vom ostfriesischen Leer bis Achum, eine Viertelstunde nach seiner Landung traf er in Rinteln ein: Am 14. August 1961 besuchte der damalige Verteidigungsminister und Vorsitzende der CSU, Franz-Josef Strauß, im Rahmen seiner Wahlkampfreise die Weserstadt, um bei der Wahlkundgebung des Kreisverbands Grafschaft Schaumburg der CDU eine Rede zu halten.

veröffentlicht am 15.08.2011 um 00:00 Uhr

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Auf seiner Reise begleitete ihn eine „Eskorte“, bestehend aus einem „persönlichen Begleitschutz durch seine Gattin“ Marianne Strauß, wie unsere Zeitung am 15. August berichtete, dem MdB Dr. Alexander Elbrächter, dem CDU-Landesvorsitzenden Dr. Otto Fricke aus Goslar und zwei Bundeswehroffizieren in Zivil. Nach Aufenthalten in Köln und Leer, traf der Minister „kurz nach 19.30 Uhr“ in Rinteln ein.

Auf dem Steinanger waren aus diesem Anlass „riesige“ Schützenfestzelte errichtet worden, und auf dem Festplatz wurde sogar Bratwurst verkauft. Am Zelteingang wurde Strauß herzlich von Rechtsanwalt Zschucke, dem Kreisvorsitzenden der CDU, empfangen, zudem hatten sich rund 5000 Menschen auf dem Steinanger eingefunden, um die Rede des Verteidigungsministers miterleben zu können – eine ungewöhnlich große Menschenmenge für eine so kleine Stadt, wie unsere Zeitung feststellte: „Das hatte Rinteln bisher noch nicht erlebt: über 5000 Zuhörer in einer Wahlversammlung!“

Die Besucher, „die zum Teil auch aus weiter entfernt liegenden Ortschaften gekommen waren“, überstiegen bei Weitem die Kapazitäten der Schützenzelte. Durch die Lautsprecherübertragung konnten aber auch die Menschen auf dem Festplatz der Kundgebung lauschen.

Zuerst sprachen jeweils kurz Dr. Elbrächter und Dr. Fricke und setzten sich mit den Vorwürfen gegen Strauß auseinander: Er sei „einer der hervorragendsten politischen Köpfe der Gegenwart“ und werde deswegen „besonders gefürchtet“.

Anschließend trat der Minister selber an das Rednerpult. Zu den Inhalten der Kundgebung zählte unter anderem eine Auseinandersetzung mit den Konkurrenzparteien, die besonders in Bezug auf die FDP „recht scharf“ ausgefallen sein soll: Laut Strauß betreibe diese „politische Astrologie“.

Zum Schluss hob er besonders „die jüngsten Ereignisse“ in Berlin hervor, wo am Wochenende die ersten Stacheldrahtverhaue der Mauer errichtet worden waren. Es habe keinen Sinn, mit Pflastersteinen gegen Panzer vorzugehen – das „Schicksal Mitteldeutschlands“ werde durch Aushandeln entschieden. Zuversichtlich fügte er hinzu: „Wir hoffen und bauen darauf, daß es wegen Berlin nicht zum Kriege kommen wird.“

„Abschließend darf nochmals festgestellt werden“, schrieb unsere Zeitung, „daß die in allen Teilen würdig verlaufene Kundgebung einen tiefen Eindruck hinterlassen hat.“

Am 15. August 1961 titelte unsere Zeitung mit dem Besuch von CSU-Politiker Franz-Josef Strauß in Rinteln.



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