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So erleichtern Maschinen und Motorsägen die Forstarbeit / Kampf gegen die Schädlinge

Waldrundgang – viel mehr als nur Bäume

Wahrendahl (ubo). Eine schmale, steile Straße windet sich hinter Wahrendahl durch ein großes Waldgebiet auf einen Berg. Dort ist auf einem großen Platz heute Treffpunkt für Dutzende Wald-Interessierte. Ankommende Besucher werden mit Handschlag vom Vorsitzenden der Forstgenossenschaft Lachem, Hans-Joachim Grote, begrüßt. Auf dem Platz sind Forstarbeiter geschäftig unterwegs, es stehen außerdem einige Trecker mit Anhänger voll Holz und einer angebauten Säge sowie ein Anhänger der Kreisjägerschaft dort.

veröffentlicht am 17.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 18.09.2009 um 17:08 Uhr

Neben einem rund fünf Meter hohen und 50 Meter langen Holzstapel steht ein mächtiger Trecker mit zweiachsigem Anhänger. Die vier Reifen sind ungefähr zwei Meter hoch. Der Fahrer hat seine Kabine gedreht, damit er den Greifer bedienen kann. Ein sonorer Motorklang, gemischt mit einem sägenden Geräusch, ist zu hören. Mit dem Greifer kann ein großer, aber auch mehrere kleinere Stämme gefasst werden. Drei Walzen ziehen das Holz in den Anhänger, der in sich einem großen Holzhäcksler verbirgt. Immer wieder wird das Motorengeräusch kräftiger, wenn ein besonders dicker Stamm stückweise eingezogen und zerkleinert wird. Auf der anderen Seite werden die kleinen Holzschnitzel durch ein rechteckiges gebogenes Rohr auf einen fünf Meter hohen Haufen geschleudert. Immer mehr Besucher, die auf den Beginn der Waldführung warten, finden Gefallen an dem Bild. Doch dann geht es in vier Gruppen und einer Kindergruppe in den Wald. Insgesamt sind es rund 130. Alle ausgestattet mit festem Schuhwerk und wetterfesten Jacken.

Mit einer halben Stunde Verspätung begrüßt der Vorsitzende der Forstgenossenschaft Lachem, Hans-Joachim Grote, die Besucher und Mitglieder der Forstgenossenschaft.

Die fünf Gruppen erkunden nun an vier Stationen die komplexen Themen rund um Wald, Wild und die Forstwirtschaft. Die Themen Jungbestände, Wegebau, mechanische Holzernte und Forstschutz wurden von Volker Reinecke, Frank Neuber, Heinrich Pape und Hubert Wieseler vorgestellt. Die Organisatoren von der Forstgenossenschaft hatten praktische Anwendungen und Vorführungen vorbereitet. So zeigten Volker Reinecke, Klaus-Peter Hohwind und Robert Frese, wie unterschiedlich die jungen Bäume gepflanzt, gepflegt und freigeschnitten werden.

Rund 70 Kilometer Fahrwege für Lkw und geschätzte 350 Kilometer Rückwege zum Transport der Bäume an die Wege und Plätze durchziehen die Forstgenossenschaft Lachem. Interessiert hören die Besucher, welche Aufgaben und Pflege diese Wege benötigen.

Ein großer Teil der Handarbeit in den gut befahrbaren Beständen mit schwachen Laub- und Nadelholz wird von Holz-Vollerntern, sogenannte „Harvester“, übernommen. An einem rund zehn Meter langen Kranausleger befindet sich ein Arbeitsaggregat, mit dem die Stämme gefällt, entastet und geschnitten werden.

„Sehr interessant und informativ“

Das aufzuarbeitende Sortiment wird vorher in den Computer eingegeben und dann abgearbeitet. Den Transport übernehmen anschließend spezielle Transporter. Dennoch werden auch weiterhin Forstarbeiter in schwierigen Lagen und bei Starkholz oder Kleinmengen eingesetzt, erklärte Heinrich Pape.

Aber nicht nur die riesigen Maschinen stehen auf der Tagesordnung der Waldbegehung, sondern auch die kleinen schädlichen Waldbewohner, unter anderem Borkenkäfer. Ein weiteres Problem entsteht durch den Wildverbiss an den jungen Bäumen. Um den großen Schäden vorzubeugen, werden Zäune benötigt. Ebenso gehört die mechanische und chemische Bekämpfung von Schädlingen zu den Aufgaben, die in der Wald- und Forstwirtschaft bearbeitet werden müssen. Nach dem Rundkurs konnten sich die Besucher an den Ständen auf dem Platz über Brennholz, Schnittholz, Maschinen für den Garten und Wald, sowie über das Wild am Jägermobil informieren. Ebenso stand eine Exkursion zum Ruh-Wald Flakenholz auf dem Programm.

Die Waldbegehung hat den Besuchern gefallen. „Besonders interessant fand ich, dass der Harvester hundert Festmeter verarbeitet“, so Henning Dierks. „Sehr interessant und informativ“, ist das Resümee von Christiane Günzel und staunt darüber, was die Menschen im Wald früher ohne die große Maschine Harvester leisten mussten. „Den Borkenkäfer habe ich früher nie so gesehen“, staunt Angelika Piepenbrink nach der eindrucksvollen Vorführung. Sehr zufrieden zeigte sich auch Hans-Joachim Grote. „Wir werden eine Waldbegehung wiederholen,“ freut er sich jetzt schon.



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