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304. Grenzbeziehung mit Klüt-Route

Ohne Scharmützel geht es nicht

Hameln (tis). Wenn plötzlich die Ruhe des Waldes durch eine große, muntere Wanderschar durchbrochen wird, hier und da Kanonendonner zu hören ist oder der Schlachtruf „Allet use!“ erklingt, dann kann das nur bedeuten: In Hameln ist wieder Grenzbeziehung. Am Samstag, 26. September, startet die traditionsreiche Grenzbeziehung zum 304. Mal – diesmal mit Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring als prominentestem Gast und auf der westlichen Route – über Klein Berkel, den Riepen, zum Finkenborn und zurück.

veröffentlicht am 22.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 24.09.2009 um 14:56 Uhr

In Klein Berkel werden Scharmützel erwartet

Während in der heutigen Zeit die fröhliche Geselligkeit im Vordergrund steht, hatte die ursprüngliche Grenzbeziehung in früheren Jahrhunderten durchaus ernsthafte Hintergründe. Damals wurde kontrolliert, ob Grenzsteine von arglistigen Nachbarn versetzt, ob das Vieh der anderen auch auf deren Weiden blieb oder der eine und andere zur Ordnung gerufen werden musste. Das ging dann auch schon mal handgreiflich aus. Heutzutage verläuft alles wesentlich friedlicher, wenn wanderfreudige Hamelner Bürger, darunter so manche Prominente, sich auf den Weg machen, um die Hamelner Grenze zu erkunden.

Apropos Prominente: „In diesem Jahr will uns bis zur Rast in Klein Berkel Finanzminister Hartmut Möllring begleiten. Mal sehen, vielleicht hat er ja noch ein paar Euro in seinem Geldsäckel für uns dabei“, meint Grenzbezieher-Präsident Horst Töneböhn schmunzelnd. Ganz unbewaffnet ist der Zug aber auch jetzt nicht: Spatenträger, die Kanonengruppe und auch die Pulverschützen sind dabei. Schließlich ist das eine oder andere nicht ganz so ernst gemeinte Scharmützel mit den Nachbargemeinden durchaus angesagt. „Hier sind wir wie immer vorbereitet und gespannt, was uns etwa in Klein Berkel erwartet“, erklärt Töneböhn.

Der 16,5 Kilometer lange Marsch, bei dem der Feuerwehrmusikzug Bisperode und das Musikkorps Hemmendorf für die musikalische Begleitung sorgen, startet wie immer nach der Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann am Pferdemarkt um 8 Uhr. Hier gibt es auch die Teilnahmekarten, die wichtig fürs Essen sind. Über Bäckerstraße, Pyrmonter Straße und Talstraße geht es zum Festplatz in Klein Berkel. Hier kann der erschöpfte Grenzbezieher das erste Mal neue Kraft tanken, bei Mettbrötchen oder Schmalzbroten von den Senioren der Hamelner Bäckerinnung oder den Durst stillen mit Getränken der Brauerei Allersheim.

Dann wird der Riepenwald durchkehrt, an der Wurstebuche können die Kinder wieder Würste pflücken, bevor es weitergeht zum Finkenborn, wobei am Ostermanns-Pfahl eine zweite Frühstückspause eingelegt wird. „Bei der Mittagsrast am Finkenborn gegen 13.30 Uhr wird dann das erste Mal die Fleischerei Schulte mit einer schmackhaften Erbsensuppe auf uns warten“, verrät Präsident Töneböhn. Frisch gestärkt, dürfte der Rückweg vom Finkenborn vorbei am Schützenhaus Klütstraße und schließlich wieder zum Pferdemarkt kein Problem sein.

Übrigens: Auch in diesem Jahr gibt es am Abend zuvor, also am kommenden Freitag ab 19.30 Uhr im Hotel „Zur Börse“, den Kommers zur Grenzbeziehung, bei dem zurückgeblickt wird auf die Tour des vergangenen Jahres.

Auf dieser Route marschieren die Grenzbezieher am Samstag. Grafik: Dana



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