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Auf die Koordinaten kommt es an: Hameln bittet Wander- und Rätselfreunde zur GPS-Schnitzeljagd

Im Klütwald sind drei Schätze versteckt …

Hameln. Schnitzeljagd war gestern – im digitalen Zeitalter geht man „Geocachen“: Seit zehn Jahren läuft mithilfe des Navigations-Satellitensystems GPS weltweit die digitale Schatzsuche. Allein in Deutschland gilt es inzwischen, mehr als 100 000 Caches (Schätze) zu finden. Das hat auch die Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) beeindruckt. Während andere Kommunen jedoch für ihre Gäste meist lediglich Leihgeräte anbieten, um die Caches der großen Foren wie www.geocaching.com zu finden, schickt Hameln ab Juni Besucher und Einheimische auf die Suche nach eigenen Caches, die nicht im Internet zu finden sind.

veröffentlicht am 20.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 26.05.2010 um 15:39 Uhr

Von Andrea Gerstenberger

Zusammen mit Daniel Biester, Geschäftsführer des Outdoor Portals www.weserbikeland.de, hat die HMT eine dreistündige Wanderroute erarbeitet, die auf dem Parkplatz am Finkenborn beginnt und auf der drei „Schätze“ in Form einer Schnitzeljagd gefunden werden müssen. Am Ziel warten, nach allerhand Lehrreichem und schönen Ausblicken, dann Urkunden und ein kleines Andenken auf jeden Schatzsucher. Ob alles wie gedacht klappt und man auch wieder aus dem Klütwald hinausfindet, wird vorab im Selbsttest ausprobiert.

Los geht es für die Probe-Schatzsucher mit der Übernahme des GPS-Gerätes und einer Einweisung am Infocenter in der Deisterallee. Vor dem Infocenter befindet sich eigens ein GPS-Vergleichspunkt. Der Geo-Caching-Profi im Trio, Daniel Biester, prüft nach, ob die Daten auf der Tafel mit denen auf dem Gerät übereinstimmen. Dann wagen Frank Lücke, Tourismusleiter der HMT, Nicole Titz, zuständig für Gruppenreisende, und Daniel Biester die Fahrt mit dem Pkw auf den Finkenborn. Der Test-Cache, den es in der Nähe des Infocenters gibt, wird mutig ausgelassen.

Auf dem Parkplatz am Abenteuerspielplatz – er hat übrigens die Koordinaten N52 05.800 / E009 19.422 – angekommen, wird es ernst. Nicole Titz packt das mitgebrachte Handbuch aus. Schnell wird klar, was die Tour der HMT vom Geo-Cachen der Freaks aus den Internetportalen unterscheidet. Es gibt nicht einfach nur die Koordinaten, nach denen allein man die Schatz-Behälter ausfindig manchen muss, sondern dazu noch jede Menge Aufgaben, die die Suche spannender und unterhaltsamer machen sollen. Jeweils 14 Rätsel sind für den zweiten und dritten Cache auf der über fünf Kilometer langen Strecke zu lösen.

Den ersten Cache hat das Tester-Trio nach einigen hundert Metern und etwas Geduld bei der Feinsuche gefunden. Das Gerät bringt sie bis auf fünf Meter an die Fundstelle heran, dann heißt es Augen auf, um den Behälter, der ungefähr die Größe einer Filmdose hat, zu finden. In ihm befindet sich ein Aufgabenzettel, und schon wird es für die drei wieder knifflig. „Am meisten Spaß wird es sicher in Gruppen von vier bis fünf Leuten machen“, vermutet Nicole Titz. „Da ist dann immer für jeden Themenbereich, nach dem gefragt wird, jemand dabei.“ Die drei müssen es auch so schaffen, an die 14 notwendigen Zahlen zu kommen, die die Koordinaten für den nächsten Cache sind. Zwölf Zahlen haben sie, als es losgeht, um die zwei restlichen auf dem Weg zu finden. Zuvor wird der Cache allerdings wieder sorgfältig verschlossen und an den Fundort zurückgelegt.

Wer auf Schatzsuche gehen möchte, sollte sich telefonisch bei der HMT (05151/9578-23) melden. Die Leihgebühr beträgt 10 Euro pro Gerät. Hinzu kommt ein Betrag von 5 Euro pro Person.



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