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ADFC analysiert die beliebtesten Strecken / Einstiger Spitzenreiter liegt hinter Elbe und Main

Der Weserradweg landet auf Platz drei

Weserbergland (fh/red). Der Weserradweg hat es erneut in die Top 3 geschafft. In der jüngsten Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) belegt die Weser-Route bei den beliebtesten inländischen Radfernwegen wie schon im vergangenen Jahr den Bronzerang. Spitzenreiter ist – ebenfalls wie im Vorjahr – der Elberadweg, gefolgt vom Main-Radweg. Zu den ganz großen Jubelarien dürfte dieser dritte Platz jedoch an der Weser niemanden animiert haben. Schließlich lag man in der ADFC-Liste vor fünf Jahren noch auf Platz eins, seitdem pendelt der Weserradweg zwischen Rang zwei und drei.

veröffentlicht am 18.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 19.03.2010 um 10:11 Uhr

Insgesamt wurden zur Radreiseanalyse circa 1200 Radfahrer nach ihrem beliebtesten Fernweg gefragt. 15,6 Prozent der Nennungen entfielen auf den Elberadweg, 10,1 Prozent auf den Main-Radweg und schon deutlich bescheidenere 5,7 Prozent auf den Weserradweg.

„Wir freuen uns natürlich, dass der Weserradweg weiterhin zu den beliebtesten Radwegen in Deutschland gehört“, kommentierte Petra Wegener, Geschäftsführerin von Weserbergland Tourismus, „aber wir sehen auch noch deutlich Potenzial nach oben.“ Wenn man es in der Region gemeinsam schaffe, den Empfehlungen des Zukunftskonzeptes zu folgen, „dann ist mindestens Platz zwei möglich“.

Das „Zukunftskonzept Tourismus im Weserbergland 2015“, das im letzten Jahr vom Europäischen Tourismus Institut (ETI) erstellt wurde, gibt Empfehlungen für die zukünftige touristische Ausrichtung der Region. Laut ETI sollte die Region Weserbergland sich vor allem über die Themen Weserradweg und Weserbergland-Wanderweg positionieren, da diese Themen aufgrund der hohen Nachfrage und der bisherigen Marktposition des Weserberglandes mit relativ geringem Aufwand zu bearbeiten seien. Für einen Ausbau der Wettbewerbsposition wären laut ETI unter anderem Investitionen in die Infrastruktur und das Marketing notwendig.

„Wir sehen hier eine große Chance für die gesamte Region“, erläutert Wegener weiter. „An den Zahlen für den Elberadweg wird deutlich, wie viel Wirtschaftskraft durch einen Radweg in eine Region gebracht werden kann.“ Im Jahr 2009 haben circa 145 000 Radfahrer den Elberadweg befahren und einen Umsatz von circa 79 Millionen Euro getätigt.

Auch Dr. Wolfgang Richter, Tourismusreferent des ADFC-Bundesverbandes, sieht bei der Vermarktung des Weserradwegs noch Potenzial – auch international. „Allerdings setzt das voraus, dass Informationen auch in englischer Sprache vorliegen“, schränkt er ein. Bisher sei das bei den deutschen Radfernwegen – auch an der Weser – kaum der Fall.

Dass die Weser grundsätzlich international attraktiv ist, belegen jüngste Zahlen vom Landesbetrieb für Statistik. Demnach zieht es immer mehr Holländer und Dänen im Urlaub nach Niedersachsen. Knapp sieben Prozent mehr Niederländer und über sechs Prozent mehr Dänen kamen 2009 ins Land. Davon profitiere auch das Weserbergland auffallend.

Als Grund für das Abrutschen des Weserradwegs in der Beliebtheit sieht der ADFC-Referent Richter vor allem den Reiz des Neuen, der der Konkurrenz mitunter anhafte. So sei beim Elberadweg in den Jahren nach dem verheerenden Hochwasser viel ausgebaut und in die Vermarktung investiert worden. „Als älteres Produkt auf dem Markt hat es da der Weserradweg schwerer.“

Beliebt, aber längst nicht mehr der Spitzenreiter: Radler auf dem Weserradweg in Tündern.



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