weather-image
25°
×

Kommunen suchen noch Ehrenamtliche

Wahlhelfer fehlen

HAMELN-PYRMONT. Eine Wahl jagt die Nächste. Erst steht die Bundestagswahl am 24. September an – und nur drei Wochen darauf folgt der nächste Urnengang. Während die Wähler ihre Kreuzchen auf den Stimmzetteln fix gemacht haben dürften, stellt die vorgezogene Wahl am 15. Oktober die Kommunen in Niedersachsen vor eine logistische Herausforderung. Es gibt zu wenige Wahlhelfer.

veröffentlicht am 04.09.2017 um 18:35 Uhr
aktualisiert am 04.09.2017 um 19:47 Uhr

Frank Neitz

Autor

Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Damit die Wahl reibungslos ablaufen kann müssen landesweit insgesamt rund 80 000 Wahlhelfer gefunden werden. So werden im Landkreis Hameln-Pyrmont 1288 Bürger gesucht, die Stimmzettel ausgeben und diese am Abend auszählen.

Die Suche nach den ehrenamtlichen Helfern ist keine einfache Aufgabe für die Kommunen. Nicht nur, weil die Wahl kurzzeitig angesetzt wurde. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu betätigen, hat insgesamt nachgelassen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wahltag der letzte Tag der Herbstferien ist, an dem noch viele Niedersachsen verreist sind – auch potenzielle Wahlhelfer.

133 sind es allein in Emmerthal, die am zweiten Oktobersonntag benötigt und teilweise noch gesucht werden. „Ja, wir mussten diesmal schon mehr telefonieren als sonst. Einige sind durch Urlaub verhindert. Aber wir sind guter Dinge, dass wir die Wahlhelfer bald zusammen haben“, berichtet Susanne Jürgens aus dem Rathaus in Kirchohsen.

„Wahlhelfer gesucht – Ihre Unterstützung im Wahllokal“. Die Stadt Hameln setzt im digitalen Zeitalter auch auf Werbung im Internet um Freiwillige für die Tätigkeit zu gewinnen. „Wir haben einen Pool, aus dem viele Wahlhelfer auch gerne und regelmäßig bei Wahlen dabei sind. Die Anzahl an Personen reicht nicht annähernd aus, um die Wahllokale vollständig zu besetzen, sodass weitere Helfer gesucht und berufen werden müssen“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes.

In Bad Münder greift man ebenfalls auf „Stamm-Helfer“ zurück, wie Tobias Pischel aus der Verwaltung sagt. Gut 50 Prozent der nötigen Wahlhelfer – in der Stadt werden 176 Ehrenamtliche benötigt – habe man aktuell bereits schon zusammen, Pischel. Die Verwaltung versuche jüngere Münderaner für diese Aufgabe zu gewinnen. „Das wird diesmal aber zwangläufig hinten angestellt“, so der Mann aus dem Rathaus zur

Größere Probleme, die 151 benötigten Ehrenamtlichen im Flecken zusammen zu bekommen, sieht man im Aerzener Rathaus nicht. „Von den Wahlhelfern, die wir berufen haben, hat bisher kaum jemand abgelehnt“, so Frank Garlipp, Sachbearbeiter im Wahlamt. 60 bis 70 Prozent Rückmeldungen seien schon eingegangen, heißt es.

Anders sieht es dagegen in Coppenbrügge aus. Im Flecken müssen 124 Wahlhelfer-Posten besetzt werden. „Wir haben ein erhebliches Problem, da wir mehrere Rückläufe von Leuten haben, die im Urlaub sind“, erklärt Jens-Uwe Schaper. In zwei Wahlbezirken sollen langjährige Helfer ausfallen, sodass Vorsteher und auch Stellvertreter mit neuen Personen zu besetzen sind. „Ersatz für Beihelfer ist schneller zu finden“, meint Coppenbrügges stellvertretender Wahlleiter.

Birgit Schittenhelm aus dem Salzhemmendorfer Rathaus sieht in zwei kurz aufeinanderfolgende Wahlterminen auch Vorteile. „Man kann Wahlhelfer von eine auf die andere Wahl umbuchen, wenn einem das Datum nicht passt“, so die stellvertretende Wahlleiterin. In Salzhemmendorf warte man aktuell noch Rückmeldungen ab, aber einige Helfer – 88 werden berufen – würden noch gesucht , heißt es aus der Verwaltung.

„Die Organisation bei zwei Wahlen ist schon schwieriger“, hat Wolfgang Linde von der Stadt Hessisch Oldendorf festgestellt. Man werde verstärkt auf Behördenmitarbeiter zurückgreifen, um die 204 Wahlhelfer-Posten für die Landtagswahl zu besetzen, erzählt Linde. Zudem habe die Verwaltung Parteien mit der Bitte angeschrieben, Personen zu benennen. Mehrere städtische Bedienstete setzt auch die Stadt Bad Pyrmont ein. „Die Wahl eine Woche später durchzuführen, wäre viel entspannter“, sagt Fachgebietsleiter Walter Schlieker– auch mit einem Blick auf die Arbeitsbelastungen. Schwierigkeiten, die nötigen 189 Helfer berufen zu können, sehe er jedoch nicht. Höchstens in Baarsen. Denn dort seien wegen eines Ausfluges mehrere prädestinierte Wahlhelfer am 15. Oktober nicht verfügbar.

Übrigens erhalten Wahlhelferinnen und Wahlhelfer für ihren Aufwand ein sogenanntes Erfrischungsgeld. Dieses beträgt für die Mitglieder der Wahlvorstände pro Wahltag grundsätzlich 25 Euro, Wahlvorsteher grundsätzlich je 35 Euro. In Bad Pyrmont bekommen alle Wahlhelfer je 40 Euro, in Aerzen und Emmerthal jeweils 35 Euro und in Hessisch Oldendorf werden die Beisitzer mit 30 Euro für ihr Engagement entschädigt.

Information

Zum Dienst verpflichtet?

Wahlhelferinnen und Wahlhelfer üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Zur Übernahme eines solchen Ehrenamtes ist jeder Wahlberechtigte verpflichtet. Eine Ablehnung kommt nur aus einem wichtigen Grund in Betracht. Allenfalls folgende Beispiele können Gründe sein, eine Berufung zum Wahlhelfer abzulehnen:

Fürsorge für die Familie

dringende berufliche Gründe

Krankheit

Behinderung

Auch Wahlberechtigte, die am Wahltage das 65. Lebensjahr vollendet haben, können die Übernahme des Wahlehrenamtes ausschlagen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt