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„Natürlich hatte ich schon schönere Morgen in meinem Leben“

Vietz schafft es nicht wieder in den Bundestag

HAMELN. Am Wahlabend hat er es schon geahnt, Montagmorgen um kurz vor 7 Uhr hatte Michael Vietz endgültig Klarheit. Der Blick auf die Internetseite des Bundeswahlleiters brachte dem CDU-Politiker Gewissheit: Die Zeit in Berlin ist für den 48-Jährigen vorbei. Nach vier Jahren ist Schluss mit dem Mandat im Bundestag. Vietz’ Platz auf der Landesliste der niedersächsischen CDU war nicht weit genug oben, um noch einmal in den Bundestag einzuziehen. Das Direktmandat im heimischen Wahlkreis ging am Sonntag bereits an SPD-Mitbewerber Johannes Schraps.

veröffentlicht am 25.09.2017 um 12:13 Uhr
aktualisiert am 25.09.2017 um 17:50 Uhr

Lars Lindhorst

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Redaktionsleiter zur Autorenseite

Der Blick auf die Internetseite des Bundeswahlleiters brachte dem CDU-Politiker Gewissheit: Die Zeit in Berlin ist für den 48-Jährigen definitiv vorbei. Nach vier Jahren ist Schluss mit dem Mandat im Bundestag. Vietz’ Platz auf der Landesliste der niedersächsischen CDU war nicht weit genug oben, um noch einmal in den Bundestag einzuziehen. Das Direktmandat im heimischen Wahlkreis ging am Sonntag bereits an SPD-Mitbewerber Johannes Schraps.

„Natürlich hatte ich schon schönere Morgen in meinem Leben. Aber dieses Leben geht weiter“, verkündete der Hamelner Montagfrüh auf seiner Facebook-Seite. Mit knapp 8000 Stimmen Vorsprung hatte sich der SPD-Kandidat Schraps das Direktmandat für den hiesigen Wahlkreis geholt. Kein Grund „hellauf begeistert“ zu sein, sagte Vietz gestern im Gespräch mit der Dewezet. Doch immerhin: Gut 46 000 Menschen im Weserbergland und entlang des Sollings hätten ihm mit der Erststimme das Vertrauen ausgesprochen. „Zutiefst dankbar“ ist Vietz für diese Unterstützung, schrieb er auch auf seiner Internetseite. Dennoch: Die „leichte Enttäuschung“ über den verpassten Wiedereinzug in den Bundestag wirkte auch noch am Morgen danach.

Die Niedersachsen-CDU hatte den Hameln-Pyrmonter Kandidaten auf Platz 19 der Landesliste gesetzt. Bei der Bundestagswahl 2013 war Vietz auf 24 der Liste in den Bundestag gekommen. Die Platzierung hätte für ein neues Mandat reichen müssen, wenn, ja wenn, die CDU im Ganzen besser abgeschnitten hätte. Doch insgesamt wird die Union im Bundestag rund 50 Sitze weniger haben als bisher.

„Ich werde jetzt mein Büro in Berlin auflösen“, sagte Vietz über das, was nun als Nächstes ansteht. „Vielleicht gibt es auch noch ein paar Anfragen, die zu bearbeiten sind“, meinte er. Zwei Vollzeitkräfte, eine Teilzeitkraft und ein Mini-Jobber, die bislang in Vietz’ Berliner Büro arbeiteten, werden sich neue Tätigkeiten suchen müssen. Vielleicht gibt es eine Chance, dass sie in den Abgeordnetenbüros der FDP einen neuen Job finden, meint Vietz. Die FDP stellt künftig voraussichtlich 80 neue Abgeordnete.

Für die eigene berufliche Zukunft hat der Diplom-Ökonom einen Plan: Er will wieder bei seinem alten Arbeitgeber anklopfen. Vietz’ Arbeitsvertrag bei der Ing-Diba-Bank in Hannover ruht, solange der gelernte Bankkaufmann im Bundestag sitzt. Informiert hat er seinen Arbeitgeber aber noch nicht, das will er in den nächsten Tagen tun.

Vietz politische Zukunft bleibt vorerst offen. Noch ist er bis Mitte nächsten Jahres als CDU-Kreisvorsitzender gewählt. Ein Mandat in Stadtrat oder Kreistag hat er seit den letzten Kommunalwahlen nicht mehr. „Die Partei muss entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Vietz.

Auf Facebook äußerte sich Vietz in einem ausführlichen Post.



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