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Poisitionen-Speed-Dating zur Bundestagswahl in der Sumpfblume ein voller Erfolg

So macht politische Diskussion Spaß

HAMELN. Es war hervorragend besucht, das „Positionen-Speed Dating“ eines Hamelner Fragebündnisses zur Bundestagswahl 2017 in der voll besetzten Sumpfblume am Dienstagabend. Bei Zuschauern und Teilnehmern lautete die Bilanz unisono: eine interessante, spannende Veranstaltung, in der die Persönlichkeit der Kandidaten gut zur Geltung kam.

veröffentlicht am 30.08.2017 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 05.09.2017 um 14:40 Uhr

Kandidatenduell in der Sumpfblume: Jutta Krellmann (Linke) war gegen Michael Vietz (CDU) ausgelost worden. Foto: wft
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter

Zwei der Direktkandidaten des Wahlkreises 46 waren von dem Fragebündnis, bestehend aus BUND, DGB, IG Metall und Verdi, Europa Union Hameln, Ev. Jugend Hameln-Pyrmont, ADFC, Sumpfblume für die Kultur der Stadt, GEW, Paritäten und Politik-Leistungskurs des Schiller-Gymnasiums, nicht eingeladen worden: Hermann Gebauer, der parteilose Kandidat auf der Liste der Piratenpartei, und Armin Paul Hampel von der AfD.

Dass man Hampel erst gar nicht angeschrieben hatte, begründete Ralf Hermes als Sprecher des Bündnisses damit, „dass Hampel für uns nicht wählbar ist“. Denn wer damit werbe, dass „politische Korrektheit auf die Müllhalde der Geschichte gehört, der ist für uns nicht wählbar“.

Gebauer, der sich bei den Veranstaltern heftig beschwert hatte, dass er als „Bürgerkandidat“ keine Berücksichtigung gefunden hatte und auch zur Podiumsdiskussion im AEG nicht eingeladen worden war, erhielt wenigstens Gelegenheit, sich vor den anderen Direktkandidaten fünf Minuten zu präsentieren.

Anders als bei vielen Podiumsdiskussion setzt das „Speed-Dating“ darauf, dass knappe kurze Antworten gegeben werden und die Performance mehrfach wechselt. So mussten sich Klaus-Peter Wennemann (FDP), Jutta Krellmann (Linke), Ute Michel (Grüne), Michael Vietz (CDU) und Johannes Schraps (SPD) zunächst einem zehnminütigen „Kreuzverhör“ aus Fragen stellen, die auf der Beantwortung eines 88 Fragen umfassenden Fragebogens basierten, den die Kandidaten vor der Veranstaltung beantwortet hatten. Da ging es unter anderem um das von der Europa Union vorgeschlagene kostenlose Interrail-Ticket für junge Leute, die Legalisierung von Cannabis, Bildung und Inklusion, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Wohnraum für Migranten, die Rentenpolitik, Sinn oder Unsinn der „Schwarzen Null“, soziale Gerechtigkeit oder die Gleichwertigkeit der verschiedenen Verkehrsträger. Der Vorteil für die Diskutanten: Sie konnten sich die Zeit für die Beantwortung der Fragen selbst einteilen – niemandem wurde das Wort entzogen.

Dass es bei den auf jeweils acht Minuten angelegten drei Kandidatenduellen nicht zum Gefecht zwischen Vietz und Schraps, den beiden aussichtsreichsten Kandidaten für den direkten Gewinn des Wahlkreises kam, war der Auslosung geschuldet, hätte aber vielleicht anders gesteuert werden sollen, wie am Ende der Veranstaltung der eine oder andere Besucher anmerkte: „Eine direkte Auseinandersetzung zwischen diesen beiden hätte mich am meisten interessiert“, erklärte ein Zuhörer, wollte aber seinen Namen nicht nennen. So duellierten sich zunächst Schraps und Ute Michel, ohne sich gegenseitig zu attackieren. Dass Jutta Krellmann und Vietz gegensätzlicher Meinungen sind, war nicht überraschend. Überrascht war dagegen Jutta Krellmann, dass der Liberale Wennemann sich im Duell mit ihr für eine Stärkung der Gewerkschaften aussprach. „Das habe ich ja von der FDP noch nie gehört“, konstatierte sie.

Die dritte Runde des „Speed-Datings“ war den „Bierdeckel-Fragen“ aus dem Publikum an jeweils einen Kandidaten gewidmet. Das Prinzip: Kurze Frage – kurze Antwort. Immerhin – es wurden so viele Fragen gestellt, dass die Zeit nicht reichte, sie alle noch zur Diskussion zu stellen.

Fazit des Abends: Alle Kandidaten schlugen sich wacker. Vor allem aber: So macht demokratische Diskussion richtig Spaß.



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