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Ist die Wahl per Smartphone auch für Sie eine Alternative? Stimmen Sie ab!

Mehrheit will online wählen

Am 24. September 2017 findet in Deutschland die Bundestagswahl statt. 61,5 Millionen Deutsche sind in diesem Jahr wahlberechtigt. Bisher wird in Deutschland traditionell im Wahllokal oder per Brief gewählt. Könnte die Wahlbeteiligung im digitalen Zeitalter höher ausfallen, wenn dem Wähler auch die Möglichkeit offen stünde, bequem von unterwegs oder der Couch aus zu wählen?

veröffentlicht am 14.08.2017 um 17:12 Uhr

Mal eben seine Stimme entspannt am Pool abgeben? Bei der Möglichkeit einer Online-Wahl kein Problem. foto: pixabay
Franziska Winkler

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Franziska Winkler Redakteurin / Pressereferentin zur Autorenseite

Einer repräsentativen Umfrage von Statista im Auftrag des Virenschutz-Softwareunternehmens Kaspersky Lab würde nämlich mehr als jeder zweite wahlberechtigte Deutsche (56 Prozent) bei der Bundestagswahl gerne seine Stimme über das Internet abgeben. Eine Forsa-Umfrage von 2014 (52 Prozent) und mehrere aktuelle Umfragen von anderen Portalen wie Sat1 (59 Prozent) untermauern den Wunsch nach der Möglichkeit einer Online-Wahl.

Angst vor Manipulationen durch Hacker, Terroristen oder andere Staaten hätten die Befragten in keinem so hohen Maße wie sie einer Online-Wahl vertrauen würden. So würden 39 Prozent einer Online-Wahl grundsätzlich vertrauen. Das sind mehr als diejenigen (27 Prozent), die einer digitalen Wahl misstrauen würden.

Doch auf welchem Gerät sollte so eine Wahl durchgeführt werden? Auf einer online-basierten Maschine im Wahllokal, an Terminals, die an bestimmten Standorten wie der Post oder einem Kiosk aufgestellt sind oder doch lieber per Smartphone, Tablet oder Notebook? Schaut man sich das Ergebnis der Kaspersky-Befragung an, zählt für die deutschen Wahlberechtigten der Bequemlichkeitsfaktor. 59 Prozent bevorzugen hier klar das eigene internetfähige Gerät, mit dem sie am liebsten unabhängig von Zeit und Ort abstimmen würden.

Können Online-Wahlen in unserer heutigen Zeit traditionelle Wahlen ergänzen?

Die Schweiz beispielsweise will zukünftig Online-Wahlen neben der Urne und Briefwahl als gleichberechtigte Möglichkeit der Stimmabgabe anbieten. In Estland wurde das Parlament im Jahr 2015 ebenfalls alternativ online gewählt. An manchen Universitäten wie der in Jena können Studierende ihre Vertreter in den universitären Gremien online wählen.

“Unsere Studie zeigt: die deutschen Wählerinnen und Wähler stehen über Parteigrenzen hinweg Online-Wahlen positiv gegenüber“, so Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. Allerdings sei eine online-basierte Wahl gerade mit Hinblick auf Hacker-Angriffe und dergleichen auch eine technische Herausforderung und nicht so leicht und schnell umsetzbar, wie einige vermuten könnten. „Als Cybersicherheitsexperte möchten wir darauf hinweisen, dass aus technischer Sicht noch ein paar Schritte zu gehen sind, um politische Online-Wahlen als Wahlalternative bedenkenlos anbieten zu können. Gleichzeitig möchten wir aber auch eine Diskussion zum Thema Online-Wahlen anstoßen. Die Digitalisierung schreitet schnell voran und macht, wie sich an den Beispielen Schweiz und Estland zeigt, auch vor politischen Wahlen nicht Halt.“ Vor allem junge Wähler könnten sich durch die Möglichkeit des digitalen Gangs zur Wahlurne mehr dazu berufen fühlen, ihre Stimme abzugeben. Dies zeigen weitere Ergebnisse der Umfrage:

73 Prozent der 18– bis 29– Jährigen (im Vergleich zu 63 Prozent unter allen Befragten) sind der Meinung, dass die Wahlbeteiligung unter jüngeren Wählerinnen und Wählern höher wäre, da Online-Wahlen ihrem Nutzungsverhalten entgegenkommen würden.

Ältere Wählerinnen und Wähler sind die größten Befürworter von Online-Wahlen: Überraschenderweise würden 59 Prozent der Über-50-Jährigen gerne bei der kommenden Bundestagswahl ihre Stimme über das Internet abgeben wollen.

Auch in der Politik herrscht eine parteiübergreifende Zustimmung für Online-Wahlen: Die Anhänger aller Parteien würden ihre Stimme bei der Bundestagswahl gerne online abgeben können. AfD-Wähler sind mit 60 Prozent die größten Befürworter; auch die Anhänger von CDU/CSU (59 Prozent), FDP (58 Prozent), Die Linke (57 Prozent), SPD (56 Prozent) sowie Bündnis 90/ Die Grünen (54 Prozent) würden mehrheitlich gerne digital wählen.


Haben Sie schon jetzt Fragen an die niedersächsischen Kandidaten, dann schicken Sie diese an bundestagswahl@dewezet.de.



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