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Bundestagskandidaten diskutieren mit Schülern des AEG

Junge Kandidaten kommen gut an

HAMELN. Die Generation Youtube interessiere sich allenfalls für die Digitalisierung und freies Reisen, wenn es um Politik geht – das ist ein gern bemühtes Klischee von jungen Wählern. Bei der gestrigen Podiumsdiskussion mit den lokalen Bundestagskandidaten in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums, überraschten die Schüler jedoch, indem sie die Bundestagskandidaten ausgerechnet auf das Thema Rentenpolitik als erstes abklopften.

veröffentlicht am 28.08.2017 um 16:03 Uhr
aktualisiert am 05.09.2017 um 14:40 Uhr

Die Bundestagskandidaten stellten sich bei der Podiumsdiskussion den Fragen der Schüler. Foto: sp
Jens Spickermann

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Jens Spickermann Volontär zur Autorenseite

Johannes Schraps (SPD), Michael Vietz (CDU), Jutta Krellmann (Linke), Ute Michel (Grüne), Konstantin Kuhle (FDP) und Armin Paul Hampel (AfD), waren eingeladen worden, der AfD-Kandidat hatte auf die Anfrage jedoch nicht reagiert und ist auch nicht erschienen. Die Moderation übernahmen die Oberstufenschüler Moritz Mönkemeyer und Hagen Langosch.

Kuhle, als Vetreter des verhinderten Klaus-Peter Wennemann erschienen, und Johannes Schraps fielen in der Diskussion als besonders forsch, emotional und redefreudig auf und ernteten für ihre Redebeiträge den kräftigsten Beifall seitens der Gymnasiasten.

Für Jutta Krellmann von der Linken, die sich besonders in der Arbeits- und Sozialpolitik engagiert, diente das Rententhema als Steilvorlage, Missstände anzuprangern und das Konzept der eigenen Partei in diesem Bereich umfassend und verständlich darzustellen. Ebenso wie die Kandidaten der Grünen und der CDU schien sie zu den Schülern jedoch nicht so durchzudringen, wie es Kuhle und Schraps gelang. „Die von der Linken und den Grünen waren etwas einschläfernd“, befand eine Schülerin nach der Diskussion. „Kuhle und Schraps konnte man gut zuhören“, meint ein anderer Schüler.

Kuhle und Schraps konnte man gut zuhören.

Schüler

Da der AfD-Kandidat die Einladung der Schule ignoriert hatte, war es zwar nicht möglich, mit Armin Paul Hampel zu sprechen, über ihn wurde dagegen sehr wohl debattiert. Wie soll mit der Rechts-Außen-Partei umgegangen werden, wollten die Gymnasiasten von den anwesenden Politikern wissen. Hierbei herrschte weitgehende Einigkeit, dass man sich mit der AfD inhaltlich auseinandersetzen müsse, auch um nicht deren Selbstdarstellung als ausgegrenzte Opfer zu unterstützen.

Beim Thema Elektromobilität ging der SPD-Kandidat auf Konfrontationskurs mit einem Schüler. Man solle den Leuten doch selbst überlassen welche Autos sie fahren, meinte der Abiturient. Wenn man nicht längerfristig den Ausstieg aus der Verbrennungstechnologie plane, werde sich auch nichts verändern, entgegnete Schraps. „Wir wollen niemandem etwas vorschreiben, aber es kann auch nicht weitergehen wie bisher“, antwortete Ute Michel dem Schüler, der eingewendet hatte, dass es schon früher wärmere Klimaphasen gegeben habe und die Pole nie ganz abgeschmolzen seien.

Johannes Schraps zeigte sich hinterher etwas überrascht, dass die Schüler nicht auf die Europapolitik eingegangen sind. „Für viele ist das geeinte Europa wohl schon selbstverständlich“, glaubt er.

Auf das Thema Rente als Diskussionsgegenstand hatten sich die drei Politikkurse des zwölften Jahrgangs geeinigt, die die Podiumsdiskussion vorbereitet hatten. Der demografische Wandel war nämlich lange im Politikunterricht behandelt worden. „Wo haben wir als Schüler so viel Background, dass wir auch gute Fragen stellen können“, sei die Überlegung bei der Themenwahl gewesen, sagt Lehrerin Anne-Kathrin Borchers.



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