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Kreisverbände Hameln-Pyrmont und Holzminden küren ihre Bundestagskandidatin

Grüne schicken Ute Michel in Wahlkampf

BUCHHAGEN. Sie haben es sich nicht leichtgemacht, die beiden Kreisverbände Hameln-Pyrmont und Holzminden von Bündnis 90/Die Grünen bei ihrer gemeinsamen Wahlversammlung, bei der es galt, den Direktkandidaten oder -Kandidatin für die diesjährige Bundestagswahl für den Wahlkreis 46 zu küren: Siegerin war am Ende die Pyrmonterin Ute Michel.

veröffentlicht am 12.01.2017 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 05.09.2017 um 14:43 Uhr

Nach ihrer Kür zur Bundestagskandidatin war Ute Michel überglücklich. Markus Schaper (li.) nahm die Schlappe gefasst hin. Foto: joa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite

Gut zweieinhalb Stunden loteten sie in intensiver Befragung die politischen Positionen ihrer drei grünen Parteifreunde aus, die sich als Bundestagskandidat für die Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden sowie die Gemeinden Bodenfelde und Uslar aus dem Landkreis Northeim empfahlen.

Der Kandidatenkür vorausgegangen waren in getrennten Räumen der Kulturmühle in Buchhagen Versammlungen der beiden Kreisverbände, die dann mit gemeinsam 32 Stimmberechtigten zur Wahl zusammenkamen. Überraschend für die Hameln-Pyrmonter, die mit der Pyrmonterin Ute Michel und dem Groß Berkeler Marcus Schaper als Kandidaten nach Buchhagen gekommen waren, dann die überraschende Bekanntgabe der Holzmindener Parteifreunde: Sie schickten den Lauenförder Gerd Henke ins Kandidaten-Rennen.

Anschließend hatten die drei Bewerber die Möglichkeit, sich vorzustellen und ihre politischen Positionen vorzustellen. So gab die 47-jährige Ute Michel – gebürtig und aufgewachsen in Bad Pyrmont – an, in den 80er Jahren über das Tschernobyl-Erlebnis zu den Themen Umwelt- und Naturschutz gekommen zu sein. Nach einem geisteswissenschaftlichen Studium siedelte sie nach London über, wo sie aktiv in die grüne Politik eintrat. Seit 2013 wieder in Bad Pyrmont, hat sie sich bei den Grünen auf Stadt-, Kreis-, Bundes- und Europaebene einen Namen gemacht. In ihrer Partei ordnet sie sich dem linken Flügel zu.

Holzmindens abgeschlagener Aspirant Gerd Henke sagte Ute Michel Wahlkampfunterstützung zu. Foto: joa

Gerd Henke, Jahrgang 1954 und 1982 Gründungsmitglied des grünen Kreisverbandes Holzminden, stammt aus Lauenförde. Der Journalist war bis zur jüngsten Kommunalwahl stellvertretender Landrat in Holzminden, politisch außerdem auf Ortsrats- und Samtgemeindeebene tätig.

Als seine politischen Schwerpunkte führte er Schul-, Sozial- und Flüchtlingspolitik an, verwies hier auf seine jahrelangen politischen Aktivitäten. Für grüne Politik, so Henke, sei verstärkt auf „Bündnispartner außerhalb der Parlamente zurückzugreifen“.

Bereits zum dritten Mal bewarb sich der Dr. Marcus Schaper, Jahrgang 1973, um die Bundestagskandidatur. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und des öffentlichen Rechts promovierte er an der University of Maryland.

In seiner Vorstellung brachte Schaper weniger seine konkreten politischen Vorstellungen zur Sprache; er analysierte vielmehr die grünen Erfolgschancen aus politologischem Blickwinkel: „Wir brauchen grüne Themen mit Bauchgefühl. Wir brauchen einen guten Populismus. Wir brauchen einen Listenplatz für eine grüne Stimme des Weserberglandes in Berlin…“

Nach dieser Vorstellung und Fragerunde, bei der es in fundierter Diskussion um Themen wie Mobilität, Einkommenssteuer, Friedens- und Flüchtlingspolitik ging und die Kandidaten Stellung beziehen mussten, fiel die Entscheidung der Parteibasis dann bereits im ersten Wahlgang eindeutig aus: 17 Stimmen für Ute Michel, 10 Stimmen für Gerd Henke und nur vier Stimmen für Marcus Schaper.

Die Grünen aus dem Wahlkreis 46 hatten es sich wie gesagt nicht leichtgemacht; auch wenn die Temperatur der während der Winterpause ausgekühlten Kulturmühle dieses durchaus verständlich gemacht hätten.



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