weather-image
24°
×

Hermann Graf von der Schulenburg

FDP-Kandidat setzt Schwerpunkt bei Infrastruktur

LÜGDE. Totgesagte leben länger. Für die FDP gilt das auf Landesebene allemal. Seit der NRW-Wahl im Mai ist sie Juniorpartner der CDU im Düsseldorfer Kabinett. Und nachdem sie 2013 aus dem Bundestag geflogen war, verorten aktuelle Umfragen die Partei im künftigen Parlament in Berlin wieder bei etwa 8 Prozent. Hermann Graf von der Schulenburg heißt der FDP-Kandidat für den Wahlkreis Höxter/Lippe II, zu dem auch Lügde gehört.

veröffentlicht am 05.09.2017 um 08:37 Uhr
aktualisiert am 05.09.2017 um 14:38 Uhr

Juliane Lehmann

Autor

Reporterin zur Autorenseite

Der 55-Jährige Landwirt und Vater von drei Söhnen stammt aus Leopoldshöhe und lebt auch seit 2010 wieder dort. Der FDP gehört er seit 2014 an. Im lippischen Kreis-Ausschuss für Ordnung und Verkehr sitz er als Sachkundiger Bürger. Nach eigenem Bekunden will sich der Liberale, der auf Listenplatz 28 der NRW-FDP-Landesliste steht, für einen zügigen Ausbau der digitalen Infrastruktur einsetzen. Die sieht er in der Gemeinwohlverantwortung des Staates. Die CDU habe auf diesem Gebiet viel zu wenig getan, findet er. Zum Beispiel mit dem Verkauf seiner Anteile an Post und Telekom könne der Bund den Glasfaser-Ausbau im ganzen Land bezahlen.

Als der Kandidat kürzlich zu seiner Vorstellung im Hotel „Stadt Lügde“ antrat, war die öffentliche Resonanz nicht eben groß. Neben einer Handvoll Parteifreundinnen und -freunden war ein Nicht-Mitglied der Einladung gefolgt. Und von der Schulenburg gestand: „Ich bin hier vorher nur ein-, zweimal durchgefahren.“ Durch seinen Wahlkampf lerne er nun die Region kennen.

In seiner Präsentation gibt er sich ebenso zupackend wie locker und eloquent, wenn er ein „Ärmel aufkrempeln und Ellenbogen ausfahren“ fordert.

Das Verbandsklagerecht in der Planung betrachtet er als Standortnachteil Deutschlands und spricht sich für „Naturschutz mit Augenmaß“ aus. Die von Imkern und manchen Forschern für das Bienensterben verantwortlich gemachten Pestizide nennt der Landwirt und Mitgesellschafter einer Saatzuchtfirma „sehr sinnvoll“. Um Ärzte aufs Land zu locken, könnten Kommunen Geld zur Verfügung stellen. Förderprogramme wie „Leader“, von denen vor allem Beratungsunternehmen profitierten, lehnt Hermann Graf von der Schulenburg indes ab.

„Sicherlich viel Fachkompetenz auf den Feldern ,Verkehr und Infrastruktur‘“ schreibt sich der FDP-Kandidat auf seiner Internetseite zu. Erfahrung hat er in dieser Hinsicht reichlich. Denn er war mal ganz oben. Nach vier Jahren im Management der Treuhandanstalt machte er bei der Bahn Karriere. Zuletzt war der Geschäftsführer von DB-Stadtverkehr und zugleich Aufsichtsratschef der Berliner S-Bahn. Dort nahm er Ende 2010 seinen Hut. Zuvor hatten ihn viele für das damalige Desaster des Verkehrsbetriebes mitverantwortlich gemacht. Diverse Medien berichteten damals bundesweit darüber. Heute hält der Ex-Bahnmanager als Investor einen kleinen Anteil an dem Fernverkehrsunternehmen „Flixbus“.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt