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CDU-Kandidat Haase im Bundestag

Enttäuschte Gesichter in Lügde

LÜGDE. Wahlparty? Nein danke! Angesichts der Ergebnisse bei der Bundestagswahl ist den Lügder Sozialdemokraten die Feierlaune gründlich vergangen.

veröffentlicht am 24.09.2017 um 22:06 Uhr
aktualisiert am 24.09.2017 um 23:30 Uhr

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Reporter

Wahlparty? Nein danke! Angesichts der Ergebnisse bei der Bundestagswahl ist den Lügder Sozialdemokraten die Feierlaune gründlich vergangen. Und so sitzen die Vorstandsmitglieder des SPD-Ortsvereins, Jörg Eickmann, sein Stellvertreter Hans-Josef Stumpe und Kassierer Hans-Joachim Knaack einsam und allein am SPD-Stammtisch im Hotel Stadt Lügde und versuchen, die nach der NRW-Wahl erneute deutliche Wahlschlappe der SPD auf Bundesebene zu verdauen.

Auch die Spitze des CDU-Stadtverbands hat offenbar keine Lust auf Öffentlichkeit. Selbst telefonisch sind weder Vorsitzender Dr. Christian Tennie, noch seine Stellvertreter Silvia Kappe oder Thorsten Klinge für die Dewezet zu erreichen. Dabei haben sowohl die Christ- als auch die Sozialdemokraten in der Emmer-stadt noch deutlich besser abgeschnitten als ihre „großen Schwestern“ auf Bundesebene. Immerhin sind es knapp 42 Prozent bei den Erst- und gut 35 Prozent bei den Zweitstimmen für die CDU sowie gut 31 Prozent Erststimmen beziehungsweise knapp 30 Prozent Zweitstimmen für die SPD.

Gleichwohl können Eickmann und seine Mitstreiter ihre Enttäuschung ebensowenig verbergen, wie ihr Entsetzen über die Stimmengewinne der AfD. Immerhin als „richtig und konsequent“ bezeichnet Jörg Eickmann die schon früh an diesem Abend von der Parteispitze getroffene Entscheidung gegen eine erneute Koalition mit der CDU/CSU.

Auch CDU-Wahlkreiskandidat Christian Haase spricht gegenüber der Dewezet von einer „Enttäuschung“ und sieht die Stimmenverluste seiner Partei auf Bundesebene und das Abschneiden der AfD vor allem darin begründet, „dass viele Wähler damit ihren Protest ausdrücken wollten“. Offensichtlich sei insbesondere „der Richtungsschwenk der CDU in der Flüchtlingspolitik von den Leuten nicht wahrgenommen worden“, gesteht er ein.

Auf sich selbst und seine politische Zukunft bezogen, erklärt er zum Wahlergebnis im Wahlkreis Höxter-Lippe II (136): „Das passt schon.“ Denn Haase wird erneut in den Bundestag einziehen.

Anders sieht es da bei seiner Kontrahentin Petra Rode-Bosse aus. Aller Voraussicht nach wird sie nach nur zwei Jahren Zugehörigkeit wieder aus dem Bundestag ausscheiden und „in meinen alten Beruf als Beamtin bei der Bundeswehrverwaltung zurückkehren“. Sie hatte damit gerechnet und nimmt das gelassen hin. „Viel schlimmer“, äußert sie im Telefonat mit der Dewezet, „ist, dass da jetzt eine in Teilen offen rechtsradikale Partei in den Bundestag einzieht“. Dem Entschluss der Parteispitze, die SPD-Vertreter sollten künftig im Bundestag auf den Oppositionsbänken sitzen, erteilt Petra Rode-Bosse „volle Zustimmung“.



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